Die SG Traktor Schermen ist aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Seit der Eröffnung der neuen Sporthalle Ende 2009 verzeichnete der Sportverein einen stetigen Mitgliederzuwachs. Durch die verbesserten Trainings- und Wettkampfbedingungen haben sich neue Sportgruppen gegründet, die auch Aktive über Gemeindegrenzen hinaus anziehen.

Schermen. Die Heizungsanlage schwebt über allem. Wer erstmals in die Sporthalle Schermen blickt, dem fallen sogleich die himmelblauen Heizkörper an der Decke auf. Das neue Patent zur energiesparenden Wärmeverteilung hat nur einen Haken: Die Heizkörper sind nicht gegen etwaige Fehlschüsse von Bällen geschützt. "Da muss die Baufirma wohl nochmal aktiv werden", sagte Schermens Vereinsvorsitzender Frank Borsch, der die Halle vorsorglich für den Fußballsport gesperrt hat.

Dies ist aber auch der einzige "Schönheitsfehler" des modernen Komplexes, der Ende November 2009 nach rund einjähriger Bauzeit eingeweiht wurde. Und die knapp 900 000 Euro Baukosten, die aus der eigenen Gemeindekasse und ohne Fördermittel finanziert wurden, sind gut angelegt worden. Die 610 Quadratmeter große Halle bietet beste Bedingungen für alle Ballsportarten wie Handball, Fußball, Volleyball, Badminton und Tennis. Es gibt eine Sprossenwand und Kletterstangen sowie Vorrichtungen für Boxtraining. Im Sozialtrakt befindet sich neben Kabinen und sanitären Einrichtungen ein großer Konferenzraum. "Jetzt haben wir auch eine Küche gesponsert bekommen, in der die Sportler auch Mal einen Kaffee kochen und Getränke kalt stellen können", sagte Petra Cammradt vom Verein.

Sie und der Vorstand der SG Traktor Schermen haben in den vergangenen Monaten viel dafür getan, dass die Halle auch mit Leben erfüllt wird. Seit der Schließung der alten, einsturzgefährdeten Halle im Jahr 2004 verließen zahlreiche, vor allem junge Mitglieder den Verein. "Andere Sportfreunde mussten auf die Hallen in Gerwisch oder Burg ausweichen", erinnerte sich Schatzmeisterin Sabine Gelzer. Dadurch beschränkte sich das Vereinsleben fast nur noch auf den Fußballsport.

Mit dem Neubau kam jetzt der Umschwung. "Viele Leute in der Gemeinde sind neugierig geworden, was hier nun passiert", sagte Cammradt. Vor allem der Frauen- und Seniorensport erfuhr regen Zulauf. Mittlerweile halten sich zwei Gymnastik-Gruppen für Frauen und Seniorinnen in der Sporthalle fit. Seit Anfang Mai ist eine Kindergruppe hinzugekommen, die spielerisch an den Sport herangeführt wird. "Wir haben über 40 Anmeldungen vorliegen", sagte Gelzer. Und auch die Tischtennis- und Badmintonspieler haben zur SG Traktor Schermen gefunden und sind dabei, Sportgruppen aufzubauen. Mit Wirkung: "Mittlerweile kommen Sportler aus Pietzpuhl, Detershagen, Möser und sogar aus Magdeburg zu uns", sagte Borsch.

Um alle derzeit 81 Mitglieder (Cammradt: "Tendenz steigend") fachgerecht zu betreuen, hat der Verein auch in Sachen Ausbildung eine Offensive gestartet. Beim Übungsleiter-Lehrgang des Kreissportbundes, der vor kurzem auch in Schermen stattfand, legten elf Sportfreunde der SG Traktor ihre C-Lizenz Breitensport ab.

Dennoch hat der Sportverein weiterhin Bedarf an kompetenten Trainern. Aus dem Jugendclub Schermen heraus hat sich kürzlich eine Fußball-Gruppe gegründet. "Für sie suchen wir noch einen Trainer", sagte Borsch. Bis dahin muss er aber noch das "Heizungsproblem" gelöst haben.

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