Wer an den VfL Kalbe/Milde denkt oder über ihn spricht, hat sicherlich meist auch den Namen Kramp im Hinterkopf. Ob nun Burkhard oder Thomas - ganz egal - die beiden Brüder haben das Fußballleben in der Mildestadt in den letzten Jahrzehnten mitgeprägt. Der 51-jährige Burkhard Kramp ist für den VfL als Trainer und Schiedsrichter noch immer viel unterwegs.

Kalbe/Milde l Gerade machen die Kalbenser eine ihrer schwierigsten Phasen seit jeher im Herrenbereich durch. Die VfL-Männer müssen nach dem Abstieg aus der Landesklasse und einem erneuten personellen Aderlass nun sogar um den Ligaverbleib in der Kreisoberliga Salzwedel bangen. Natürlich trifft dies auch Urgestein Burkhard Kramp. "Sicherlich macht man sich seine Gedanken. Allerdings fehlen momentan aus meiner Sicht auch Qualität und Ehrgeiz", hat Kramp eine mögliche Begründung. Nichtsdestotrotz hofft er natürlich, dass das Team von Trainer René Kusch die Klasse hält. Er selbst trainiert momentan die älteste Nachwuchsmannschaft der Mildestädter - die C-Jugend.

Burkhard Kramp stammt aus einer Fußballerfamilie. Drum war es nicht verwunderlich, dass der Westaltmärker selbst auch früh Gefallen für das runde Leder fand. 1974 schnürte Kramp in der Kindermannschaft von Traktor Kalbe erstmals seine Töppen und hörte auf die Anweisungen des Trainerduos Günter Heidemann und Willi Plate. "Zuhause" war der heute 51-Jährige in der Abwehr. Seine gesamte Jugendzeit verbrachte Burkhard Kramp in der Mildestadt, während er in seiner Armeezeit in Goldberg auf Punktejagd ging. Seine Höhepunkte in Kalbe/Milde waren die Partien im FDGB-Pokal gegen den FSV Saxonia Tangermünde und den SV Fortuna Magdeburg. Im Herrenbereich wurde Kramp vorwiegend von Dieter Staschat und Karl-Heinz Dietzsch trainiert, spielte größtenteils als Verteidiger, sporadisch allerdings auch als Angreifer.

Erste Partien bereits mit 13 Jahren geleitet

Gerade einmal 13 Jahre jung war Burkhard Kramp, als er seine ersten Partien als Schiedsrichter leitete. Es waren zunächst einmal Spiele der Kinder und Schüler in der Mildestadt. Offiziell ist Kramp seit dem 6. Dezember 1978 als Unparteiischer tätig. 1983 nahm der Westaltmärker dann am Trainerlehrgang in Osterburg teil, erwarb die Trainerstufe 3 und ist seitdem auch anerkannter Übungsleiter. Erwin Dahl und Hermann Ahlfeld überzeugten Burkhard Kramp seinerzeit davon. Nach seiner Armeezeit konzentrierte sich Kramp allerdings erst einmal nur auf seine aktive Laufbahn, die er 1996 beendete.

Doch ein Leben ohne das runde Leder kam für Burkhard Kramp nicht in Frage. Drum legte der Mildestädter seinen Fokus fortan auf das Schiedsrichterwesen. Ein Jahr nach der Kreisliga- folgte dann auch die Landesklasse-Einstufung. Noch immer ist Kramp Woche für Woche auf den Sportplätzen der Region als Referee unterwegs - mittlerweile seit über 35 Jahren. "Für mich ist das ein guter Ausgleich zum Berufsleben. Es macht mir nach wie vor Freude, hat aber auch seine Ecken und Kanten", schildert der 51-Jährige. Der gibt zu, dass er zwischenzeitlich ans Aufhören gedacht habe. Doch in die Tat setzte Burkhard Kramp seine Gedanken nicht um und blieb am Ball. Nach wie vor ist der Kalbenser auf den Sportplätzen der Westaltmark ein angesehener Unparteiischer.

1998 übernahm der Mildestädter als Trainer die damalige A-Jugend des VfL Kalbe/Milde. Da Helmut Rahmsdorf verstarb, stand das erfolgreiche Team um Stefan Saluck, Christian Rahmsdorf und Christian Schmidt ohne Coach da. Burkhard Kramp sprang in die Bresche und führte den ältesten VfL-Nachwuchs 2001 zum Triple, bestehend aus Kreismeisterschaft, Kreispokalsieg und Hallenkreismeisterschaft. Doch nicht nur das: Bei der Hallenlandesmeisterschaft belegten die Youngster von der Milde einen hervorragenden dritten Platz. Wenig später folgte dann auch noch der Aufstieg in die Landesliga. "Ich hänge einfach am VfL. Über einen Wechsel zu einem anderen Verein habe ich mir nie Gedanken gemacht", fasst Kramp seine Liebe zu seinem Heimatklub in Worte. Deshalb ist er sich genau genommen für keine Arbeit im Verein zu schade.

Um die zehn Stunden wöchentlich unterwegs

Dennoch gönnte sich Burkhard Kramp eine längere Pause als Übungsleiter und stieg erst im Jahr 2010 wieder ein. Dort übernahm er die F-Jugend des VfL. "Auch dort hatte ein Trainer gefehlt, so dass ich mich bereit erklärt habe", verrät der 51-Jährige. Zuvor war Kramp viel mit seiner Arbeit im Kreisfachverband (KFV) Altmark West beschäftigt. Bereits seit 1999 arbeitete der Mildestädter dort als stellvertretender Schiedsrichter-Obmann und verantwortlicher Administrator für das DFBnet, während er ab 2007 den Posten als Spielausschussvorsitzender übernahm.

Mittlerweile hat Kramp seine Arbeit im KFV niedergelegt. Er ist aktuell als Trainer der C-Junioren der SG Brunau/Kalbe in der Kreisliga tätig. Den Schritt zur Gründung einer Spielgemeinschaft erachtet Kramp als richtige Entscheidung. "Momentan haben wir große Schwierigkeiten, neue Spieler dazu zu gewinnen. Das wird zudem immer schwieriger", begründet der Westaltmärker. Der ist um die zehn Stunden in der Woche auf den Sportplätzen unterwegs.

Sollte Burkhard Kramp gesund und fit bleiben, möchte er seine aktuellen Funktionen auch noch so lange wie möglich ausüben. "Ich habe gute Kontakte und daher insgesamt wenig Probleme", sagt der Mildestädter, der von seiner Ehefrau Petra und Tochter Susett - selbst anerkannte Schiedsrichterin - stets Rückendeckung erhielt. In der Abteilung Fußball in Kalbe findet aktuell ein Umbruch statt. "Es werden neue Strukturen geschaffen. Ich werde auch in Zukunft meine volle Kraft dort mit rein bringen. Ich möchte meine Jungs als Trainer noch so lange wie möglich begleiten", verrät der 51-Jährige.

Der Westaltmärker richtet nicht nur einen Dank an seine Förderer Erwin Dahl, Hermann Ahlfeld, Bernd Mannsfeldt und Dieter Staschat, sondern auch an die Eltern seiner C-Jugend-Schützlinge. "Sie unterstützen mich, wo sie nur können", so der Mildestädter. Eifrig packt Burkhard Kramp Woche für Woche mit an, um den angeschlagenen Boxer namens VfL Kalbe/Milde wieder auf die Beine zu bringen.