Wernigerode (fbo) l Das letzte Heimspiel der Saison hat die A-Jugend des HV Wernigerode gegen den Tabellenfünften von der HG 85 Köthen in einem Krimi knapp für sich entschieden.

Nach der deutlichen Hinspielniederlage ging das Kaufmann Team als Außenseiter in diese Partie. Es begann verhalten und beide Teams beschnupperten sich zunächst. Nils Christiansen sorgte mit zwei aufeinanderfolgenden Pfostentreffern von der Kreisläuferposition für die ersten Aufregungen bei den Zuschauern in der Stadtfeldhalle. In der 14. Minute gingen die Hausherren erstmals beim Stand von 6:4 mit zwei Toren in Führung. Tom Kaufmann führte geschickt Regie und Niklas Schulze und Max Richter machten Druck aus dem Rückraum. Kurze Zeit später reagierte der Köthener Coach mit einer Auszeit und stellte sein Team neu ein. Mit Erfolg. Seine Mannen stabilisierten das Spiel und nach einem 9:6 für die Gastgeber nach 22 Minuten drehte die HG die Partie. Mit intensiver Abwehrarbeit und profitierend von zahlreichen Fehlern der Wernigeröder, gelang den Köthenern ein 8:0-Lauf und somit die 9:14 Halbzeitführung. Die Spieler aus der Bunten Stadt waren zu diesem Zeitpunkt völlig von der Rolle - auch eine Auszeit brachte keine Besserung.

In der Halbzeitansprache, die auch noch in einiger Entfernung zu hören war, forderte Trainer Kaufmann seine Jungen auf, das Match noch nicht verloren zu geben.

Die Gäste aus der Bachstadt kontrollierten auch die ersten Minuten der zweiten Hälfte (10:16). Die Fans feuerten "ihren" HVW immer weiter an. Im Gefühl des sicheren Sieges ließen die Köthener jetzt einige Chancen liegen und die Heimmannschaft verkürzte mit einer Energieleistung auf 18:19. Torwart Alex Hesse erwies sich erneut als sicherer Rückhalt und Leon Rühlmann nutzte seine Chancen fast hundertprozentig. Die Halberstädter Unparteiischen Hack und Becker leiteten die Begegnung souverän. Eine Zwei-Minuten Strafe für Max Richter (48.) brachte erneut die Köthener in die bessere Position. Diese nutzten den Vorteil und bauten ihren Vorsprung aus (19:24). Auf den Zuschauerrängen ging die Hoffnung auf ein positives Ende wieder in den Keller. Aber erneut kamen die Gastgeber zurück und erzielten unter dem frenetischen Jubel in der 54. Minute den 24:24-Ausgleich. Es hielt niemanden mehr auf den Sitzen. Ohrenbetäubend war der Lärm beim 26:25-Führungstreffer des HV Wernigerode. Daran hatte zehn Minuten zuvor niemand mehr geglaubt. Jetzt spielten beide Seiten mit offenem Visier, jedes Team wollte den Sieg. Es kam Hektik auf. Wenige Sekunden vor dem Ende traf Leon Rühlmann zum zwölften Mal, das war gleichzeitig der Siegtreffer zum 28:27.

Kaufmann war froh über den Erfolg. "Ein großes Kompliment an mein Team. Ein Unentschieden wäre vielleicht das gerechteste Ergebnis gewesen."

HVW: Hesse - Beer, Matthies, Schrader, Richter (3), König, Kaufmann (6/2), Garm, Christiansen (4), Schulze (3), Kalitzki, Rühlmann (12/7).