Das Haldensleber SWH Waldstadion war am Sonnabend Austragungsort der 4. Offenen Mitteldeutschen Meisterschaften der Männer und Frauen in der Leichtathletik. Schon im Vorab gab es mit 230 gemeldeten Athletinnen und Athleten aus 54 Vereinen eine Rekordteilnehmerzahl.

Haldensleben (hba) l Auch wenn am Wettkampftag nicht alle ihr Startrecht nutzten, so waren es nicht nur gelungene Meisterschaften. Das Team des ausrichtenden Haldensleber SC verdiente sich Bestnoten für die hervorragende Organisation und Durchführung. Wesentlich dazu beigetragen haben die mehr als 75 Kampfrichter und Helfer, die vom HSC-Kampfrichterwart Norbert Reinecke glänzend gesteuert wurden. Alles im Interesse der Aktiven war die Intention der Organisatoren, das ist gelungen.

Das bereits im Vorfeld durch die Stadt Haldensleben einiges auf den Weg gebracht wurde, unterstrich der Schirmherr dieser Meisterschaften, der Minister für Inneres und Sport des Landes Holger Stahlknecht in seinen Eröffnungsworten. So wurden die für diese Meisterschaften zwingend notwendige Fehlstarteinrichtung ebenso organisiert, wie eine erheblich bessere Beschallung des Stadions. Positiv kam auch an, wie viele Persönlichkeiten aus Sport, Politik und Wirtschaft den Weg in das Stadion gefunden haben.

Die Kreissparkasse Börde hat mit ihrem Bekenntnis für diese Veranstaltung eine wesentliche Basis für eine erfolgreiche Durchführung geschaffen. Dies taten erfreulicherweise auch mehr als 30 Unternehmen der Region, die sehr unterschiedlich diese Meisterschaften unterstützt haben.

Elf Stadionrekorde purzeln

Beste Bedingungen also, um auch sportlich etwas zu bewegen. Am Sonnabend herrschten schwierige Bedingungen im SWH Waldstadion. Dennoch wurden die meisten Athleten prima damit fertig. Zwei Normerfüllungen für die U 20-Weltmeisterschaften in Eugene (USA) waren zu notieren. Eine durch Julius Lawnik vom SC Magdeburg, der über 800m in 1:49,60 Minuten eine neue deutsche Jahresbestzeit aufstellte und die Zweite durch den Chemnitzer Dreispringer Max Heß, der die Norm von 15,65m um einen Zentimeter übertraf. Insgesamt elf Mal wurde der bestehende Stadionrekord übertroffen.

Einen Doppelsieg gab es durch den Magdeburger Sprinter Mathias Lindner. Der WM-Teilnehmer von Moskau 2013 lief über 100m mit neuem Stadionrekord zum Sieg und er ließ auch über 200m keinen Zweifel an seinem Sieg. Für ein Top-Ergebnis sorgte Speerwerfer Johannes Vetter. Der Mann vom Dresdner SC schleuderte den Speer auf tolle 79,75m und belegt nun Rang vier der deutschen Bestenliste. Bemerkenswert auch die 18,54 m durch den Chemnitzer Kugelstoßer Hendrik Müller, der nun Platz sieben der deutschen Bestenliste einnimmt. So weit hat noch nie ein Mann im Waldstadion die Kugel gestoßen.

Zufrieden war auch die zehnfache deutsche Meisterin im Dreisprung Katja Demut vom LC Jena. Nach langer Verletzungspause stand sie erstmals wieder einen Wettkampf durch. Ihre Weite von 12,67m war dabei zweitrangig. Die deutsche Rekordhalterin wird sich nun ernsthaft auf die deutschen Meisterschaften Ende Juli in Ulm vorbereiten.

Für die einheimischen Teilnehmer gab es bei diesen Mitteldeutschen Meisterschaften überraschend vier Medaillen. So gewann Lisa Thielecke vom Haldensleber SC mit Bestzeit über 100 m Hürden die Goldmedaille.

Gleiches gelang der 15-Jährigen Leonie Gerike, die über 800m mit persönlicher Bestzeit den Meistertitel gewann. Bronze sicherten sich Paula Thielecke im Speerwurf und Anneli Müller über 800m. Weitere vordere Platzierungen, teilweise mit neuen Bestleistungen, vervollständigen ein gutes Abschneiden, das so nicht erwartet werden konnte.

Haldensleben und der Haldensleber SC haben sich erneut als guter Gastgeber für derartige hochkarätige Veranstaltungen erwiesen. Angefangen von der Betreuung der Aktiven und Gäste bis hin zu den vier festgelegten Dopingkontrollen und der praktizierten ärztlichen und physiotherapeutische Absicherung und der Sicherung des leiblichen Wohles aller war alles ausgezeichnet organisiert. "Haldensleben hat nicht nur das wohl schönste Stadion im Land, ihr habt auch diese Meisterschaften glänzend durchgeführt", brachte es Sachsens leitender Landestrainer Joachim Erdmann auf den Punkt.

   

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