Prag/Magdeburg/Barleben l Die JKA Europameisterschaft im Shotokan Karate fand am 28. März in Prag statt und drei Karatekas aus Magdeburg wurden von Nationaltrainer Thomas Schulze nominiert: Stephan und Bianca Walsleben vom "Hatsuun-Jindo" Karate Club Magdeburg-Barleben und Leonie Diffenê vom Budo Karate Club Magdeburg.

Der deutsche Kader reiste am Freitag in die tschechische Hauptstadt und absolvierte am Nachmittag ein letztes gemeinsames Training zur Einstimmung auf den Wettkampf. Am frühen Sonnabendmorgen, um 9.30 Uhr nach dem Einmarsch von 250 Karatekas aus 21 Nationen, starteten die Wettbewerbe mit den Katagruppen (Kata = Form).

Zeit für die Walsleben-Geschwister, sich gemeinsam mit den anderen Kumitestartern (Kumite = Zweikampf) aufzuwärmen und ein Gefühl für den Wettkampf zu bekommen. Die beiden Magdeburger wurden sowohl für das Kumite-Einzel als auch Kumite-Team aufgestellt.

Für Bianca Walsleben starteten die Wettbewerbe nicht wie erhofft, da sie im Kumite-Einzel gegen die erfahrene Russin Alla Sergeeva in der ersten Runde antreten musste. Mit schnellen und durchschlagenden Techniken entschied Sergeeva den Kampf für sich. Dank ihrer Qualitäten wurde sie später im Finale auch Europameisterin der Damen ab 21 Jahre.

Biancas Bruder musste eine ähnliche Situation in seinem ersten Kampf erleben. Er trat gegen den erfolgreichen Belgier Jonathan Mulolo an. Obwohl Stephan Walsleben eine gute Taktik im Kopf hatte, konnte der Belgier seine Punkte landen und später im Finale den dritten Platz belegen.

Durch die Niederlage angespornt, ging Stephan als Startkämpfer des Herren-Teams auf die Matte. Gleich im ersten Kampf gegen das schottische Team zeigte er wieder seine gewohnte Qualität und landete sauber und zügig die notwendigen zwei Punkte für den Sieg. Da seine Teamkollegen Florian Bindbeutel und Manuel Rues ihre Begegnungen ebenfalls erfolgreich beendeten, war die erste Runde gewonnen. Anschließend ging es gegen England. Bei der Weltmeisterschaft in Tokio im vergangenen Herbst unterlag das deutsche Team noch, doch in Prag war der Sieg eindeutig.

Im Poolfinale traten die drei gegen die starke ungarische Mannschaft an. Stephan gewann seinen Kampf, die zweite Runde ging an die Ungarn, doch Manuel Rues setzte sich am Ende durch, so dass mit 2:1 Siegen der Einzug ins Finale gelang. Um Platz eins kämpfte auch das belgische Team. Dieses zeichnet sich durch drei sehr große und bewegliche Athleten aus, die flexibel und flink ihre Punkte machten. Stephan schlug sich in der ersten Runde zwar sehr gut, doch am Ende ging sie an den Gegner. Durchgang zwei beendete Florian Bindbeutel mit einem Unentschieden, so dass alles am Schlusskämpfer Manuel Rues hing. Er konnte zwar gewinnen, doch nur nach Ende der Zeit mit einem halben Punkt. Zum Sieg der Mannschaft hätten es aber eineinhalb Zähler sein müssen. Somit wurde Stephan Walsleben, der Trainer des HKC, in einem spannenden Finale Vize-Europameister.

Bei den Kumite-Damen war Bianca Walsleben in diesem Jahr als Ersatz eingesetzt. Das Team setzte sich gegen die Konkurrenz aus Tschechien durch, scheiterte aber knapp am englischen Team. Damit blieb es beim dritten Platz. Die Europameisterschaft im nächsten Jahr ist in Dublin geplant und der HKC hofft, dass auch dort wieder Starter von der Elbe antreten können.