Mit großem Erfolg endete das große Schachfestival in Gibraltar, an dem auch die Magdeburgerin Josefine Heinemann (Aufbau Elbe) teilnahm. Die Kaderspielerin belegte im Meisterturnier mit mehr als 250 Teilnehmern den 152. Platz, errang dabei eine Titelnorm.

Magdeburg l In insgesamt zehn Partien zeigte Heinemann durchweg interessantes Schach. Am Ende standen zwei Siege, fünf Unentschieden und drei Niederlagen gegen sehr starke Kontrahenten zu Buche.

Nach einer Niederlage gegen den indischen Großmeister Ganguly und einem Remis besiegte Heinemann in der dritten Runde die Norwegerin Machlik. Mit den weißen Steinen spielend, opferte die Oberligaspielerin in guter Stellung einen Bauern für Initiative. Schließlich gewann Heinemann eine ganze Figur und wenig später die Partie.

In den folgenden Runden schaffte die 17-jährige Magdeburgerin gleich vier Punkteteilungen gegen Großmeister Bellon (Spanien) und die Internationalen Meister Das (Indien), Docx (Belgien) sowie Mkrtchian (Armenien).

Nachdem Heinemann in der achten Runde die Überlegenheit des brasilianischen Meisters Santiago anerkennen musste, stand anschließend die entscheidende Partie um die Titelnorm an.

Kontrahent war der Engländer Martyn Hamer, der mit den schwarzen Steinen die Aljechin-Verteidigung wählte. Alles lief für Heinemann nach Plan, als sie Material gewinnen konnte. Doch dann wurde es im Endspiel Turm plus Bauer gegen Springer und zwei Bauern nochmal kompliziert. Heinemann zeigte eine gute Technik bei der Verwertung des Vorteils und kam zum Sieg.

Damit stand schon eine Runde vor Schluss fest, dass sie die erste Norm für den Titel Internationale Frauen-Meisterin erzielt hatte.

Die abschließende Niederlage gegen den Engländer Bellin fiel da nicht mehr ins Gewicht. Mit 4,5 Punkten schaffte Heinemann gleich noch ein dickes Wertzahlplus.

Gewinner des Turniers wurde der in Japan geborene Super-Großmeister Hikaru Nakamura (USA) mit 8,5 Zählern vor David Howell (England) und der chinesischen Weltmeisterin Hou Yifan.