Magdeburg/Leverkusen l Elf Magdeburger waren für die Titelkämpfe der „jungen Wilden“ im Manforter Stadion in Leverkusen gemeldet. Zwei bis drei Medaillen waren anvisiert, stattdessen gab es zweimal „Blech“. Es wäre zu schön gewesen, wenn alle Medaillenträume der schlagkräftigen SCM-Truppe in Erfüllung gegangen wären. So aber gab es unterm Strich „nur“ zweimal Rang vier als beste zählbare Leistungen zu vermelden.

Einmal „Blech“ gab es für die sehr junge SCM-Staffel über 4  x 100 Meter in der Besetzung Marven Lee Kühnen, Moritz Ahlfaenger, Moritz Andrä und Jonas Bernhagen. Wobei eine besondere Tragik darin lag, dass dem Quartett, das mit Top-Sprinter Thomas Barthel in 40,91 Sekunden als Vorlaufdritte ins Finale eingezogen und wegen eines Wechselfehlers zunächst disqualifiziert war, nach erfolgreichem Protest nur drei Hunderstel-Sekunden zu Bronze fehlte. „Das ist schade, zumal der Ausfall von Thomas super kompensiert wurde und die Jungs sich voll reingehängt haben“, hätte Trainer Eik Ruddat den Einsatz seiner Athleten gerne belohnt gesehen.

Viel Einsatz für Holz

Vollen Einsatz musste auch Diskuswerfer Torben Brandt zeigen, um die Holzmedaille zu bekommen. Der Schützling von Klaus Schneider bestritt den Wettkampf quasi „auf der letzten Rille“. Das sei zwar „unvernünftig“ gewesen, gibt der 22-Jährige zu. Aber für ihn ging es in Leverkusen eben nicht nur um die angestrebte Medaille, sondern auch um das Ticket für die U-23-Europameisterschaften vom 13. bis 16. Juli in Bydgoszcz (Polen). „In Absprache mit meinem Bundestrainer bin ich trotz 39 Grad Fiebers an den Start gegangen. Er hat gesagt, wenn ich zwischen 57 und 59 Meter werfe, ist das okay und ich habe das EM-Ticket sicher“, erklärt der Zwei-Meter-Riese aus der Börde.

Und so kratzte Brandt in einem sich bei 18 Teilnehmern „ewig hinziehenden Wettkampf“ alle Reserven zusammen und schleuderte die Zwei-Kilo-Scheibe schlussendlich auf 58,21 Meter. „Dafür, dass ich das EM-Ticket damit endgültig in der Tasche und jetzt vom Trainer zwei Tage freibekommen habe, um die Erkältung auszukurieren, hat sich das Kämpfen doch gelohnt“, scherzt der Lehramtsstudent, bei dem der Knoten im Frühjahr 2017 so richtig geplatzt ist: Beim Werfertag in Halle verbesserte Brandt seine Bestleistung gleich um dreieinhalb Meter auf 62,09 Meter. „Damit rangiere ich in der europäischen Bestenliste auf Rang drei. Wenn ich das in Polen bestätigen könnte, wäre ich natürlich happy“, schaut der Magdeburger auf das Event in dreieinhalb Wochen.

Noch viel vor hat auch Sprint-Ass Barthel, Magdeburgs große Medaillenhoffnung bei der U-20-Europameisterschaft in Grosseto/Italien (20. - 23. Juli). Deswegen zog der 18-Jährige auch in Leverkusen trotz starker Auftritte im Vor- und Zwischenlauf über 100 Meter (10,57/10,51 sec.), zweimaliger EM-Normen und einer Medaillen vor Augen, die Notbremse. Barthel dazu: „Es ist nichts Akutes, aber ich hatte muskuläre Probleme mit dem Bein und wir wollten nichts riskieren. Deswegen haben wir auf weiteres Starts verzichtet.“

 

 

Weitere Ergebnisse:

100 Meter: Moritz Andrä (10,92 sec. Vorlauf), Jonas Bernhagen (10,86 VL/ 10,86 Zwischenlauf), Isabel Galander (12,14 VL/12,24 ZL)

200 Meter: Isabel Galander (25,15 VL)

400 Meter: Marissa Brömme (57,31 VL)

Speerwerfen: Malte Eijlers (60,07 Meter)

Diskuswerfen: Henrik Janssen (drei Ungültige)