Borne l Der Name Klippstein wird in Borne unmittelbar mit Handball verbunden. Sven Klippstein spielte bis letztes Jahr für die zweite Männermannschaft des SV Germania. "Die Klippsteins waren schon immer Handballer", erklärt seine Frau Susann. Nachdem Jürgen Dawils die Erste nach dem Aufstieg in die Sachsen-Anhalt-Liga aus persönlichen Gründen nicht mehr trainieren konnte, übernahm Klippstein zusammen mit Andreas Lampe den Trainerposten. Nun will der 42-Jährige, zusammen mit seiner Frau, etwas an den Nachwuchs zurückgeben.

Seit etwa fünf Jahren treffen sich Kinder jeden Montag und trainieren. Ins Leben gerufen haben die Sportgruppe Judith Prosowski und Diana Hausmann, die das Projekt mittlerweile nicht mehr betreuen. Zwischenzeitlich war noch Steffi Müller-Henze dabei, doch nun leiten Nicole Diedecke, Andrea Kanziora und die Klippsteins den sportlichen Treff, der sich Handball zum Schwerpunkt gesetzt hat.

Angefangen hat die Gruppe mit acht Kindern, mittlerweile wuchs sie deutlich an. Zwischen 18 und 21 Kinder treffen sich regelmäßig zum Trainieren. Niklas Döbbel und Jakob Völksch beispielsweise sind fester Bestandteil des Projekts. Hin und wieder besuchen Neulinge die Trainingszeit, doch nicht alle bleiben. "Einige wollen nur schnuppern. Das muss man ihnen natürlich auch zugestehen", erklärt Sven Klippstein. Einige entpuppten sich dabei eher als Fußballer. "Wenn es draußen wieder warm wird, sind ein paar Kinder bestimmt wieder weg", scherzt er.

Zuwachs ist kein Zufall

Dass immer mehr Kinder Interesse haben, ist kein Zufall. Das vierköpfige Trainergespann zog durch Borne, Wolmirsleben und Unseburg, warb für sein Projekt, verteilte Flyer, besuchte Kitas und Schulen. "Das hat Anklang gefunden", erinnert sich Susann Klippstein. Auch der "Trikottag" des Handballverbands Sachsen-Anhalt zeigte Erfolge. Die jungen Sportler bekamen Trikots mit der eindeutigen Botschaft, Neugierde zu wecken. Sechs Neulinge kamen daraufhin zum Training.

Bislang waren jedoch nicht genug Kinder eines Jahrgangs dabei, um als Mannschaft am Spielbetrieb teilnehmen zu können. Dies soll sich nun ändern. Das vorrangige Ziel ist es, eine männliche E-Jugend anzumelden. Doch dafür werden noch neun- oder zehnjährige Handball-Begeisterte gesucht.

Den Trainingsschwerpunkt bildet momentan das Gefühl für den Ball. "Kondition ist vorerst Nebensache", so Sven Klippstein. Auch die Theorie kommt nicht zu kurz. "In kleineren Kreisen erklären wir das Spielfeld und die Regeln. Hin und wieder fragen wir das Wissen dann ab."

Klippsteins coachen E-Jugend

Momentan trainieren Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren zusammen, unabhängig von Alter oder Leistungsstand. Geplant ist allerdings, die Gruppe zu splitten. Die Klippsteins wollen dann die E-Jugend übernehmen, Diedecke und Kanziora werden die weiteren Kinder coachen. Sollten genug Nachwuchs-Handballer eines Jahrgangs dabeisein, sind noch weitere Jugendteams geplant.

Das Trainergespann hat die volle Rückendeckung der Eltern, trotz der späten Startzeit, montags um 16.30 Uhr. "Für einige ist es bereits zu spät. Aber es geht beruflich nicht früher."

Auch wenn Klippstein um die elterliche Unterstützung weiß, hat er es lieber, wenn sie während des Trainigs nicht anwesend sind. "Die Kinder sind dann aufmerksamer. Sie laufen sonst oft zu ihren Eltern, so kommen sie zu mir." Zwar geht es während der Übungszeit spielerisch zu, doch die Trainer werden auch schon mal laut. "Zuhören müssen sie uns, auch wenn der Spaß im Vordergrund steht."

Interessierte Kinder, die gern hanballerisch aktiv werden wollen, können sich per E-Mail unter info@sv-germania-borne.de melden oder direkt am Training, montags ab 16.30 Uhr in der Wolmirslebener Sporthalle, teilnehmen.