"Es sind zwei verschenkte Punkte", haderte Henning Stapf, Trainer der SG Lok Schönebeck. "Wir waren in der zweiten Hälfte einfach zu hektisch im Angriff. Jeder wollte das Spiel entschieden." Seine Sieben unterlag in der Verbandsliga dem Weißenfelser HV mit 28:31 (15:12). Der Gegner konnte durch diesen Erfolg an Lok vorbeiziehen.

Weißenfels l Die Partie begann zunächst mit einer Abtastphase, nach der Lok allerdings besser ins Geschehen fand und sich auf vier Tore absetzen konnte. "Unser Positionsspiel war sehr gut und hinten standen wir stabil", lobte der Coach seine Mannschaft zur Halbzeit. Diese gute Form hielt jedoch nicht an. "Eine Minute vor dem Halbzeitpfiff deutete sich schon an, wie wir in Hälfte zwei spielen würden", konstatierte Stapf. "Es gelang uns nicht, den Ball ruhig zu spielen, um unseren Vorsprung auf fünf Tore zu erhöhen. Stattdessen konnte Weißenfels kontern und auf drei Treffer herankommen."

Nach dem Wechsel konnten die Elbestädter zunächst eine Führung von zwei Toren behaupten. Dies war einmal mehr ein Mitverdienst der Torhüter Robert Knörich und Paul Niemann, als auch der Feldkateure Jan Bauer und Martin Schröder, die mit sieben beziehungsweise sechs Treffern die erfolgreichsten Werfer der Elbestädter waren.

Aber der Gegner war deutlich konzentrierter und "vor allem kämpferischer". Immer wieder konnte sich der WHV den Ball erobern und über das Konterspiel punkten. "Das hat uns das Genick gebrochen", so der Trainer. Dabei hatte Stapf im Vorfeld noch gemahnt, dass seine Schützlinge nicht in solche Fallen stoplern sollten. "Weißenfels hat keinen überragenden Handball gespielt, sondern sein Pensum abgespult. Wir waren in der zweiten Hälfte einfach zu passiv", schätzte der Coach ein. Ab der 50. Minute drehten die Gastgeber dann das Geschehen und zogen schließlich zum 31:28-Endstand davon. "Ein Sieg war möglich", so Stapf. "Die Niederlage war ein Dämpfer, zumal wir die letzten drei Spiele ungeschlagen blieben." Daher fand der Coach gleich nach dem Spiel in der Kabine auch deutliche Worte und nahm sich seine Schützlinge zur Brust. "Ich hoffe nun auf eine Trotzreaktion", erklärte er.

Inwiefern diese ausgerechnet beim Spitzereiter der Verbandsliga, der SG Kühnau, einsetzen wird, die Lok am Sonnabend empfängt, wird sich zeigen. "Wir bereiten uns gut vor", betonte Stapf.

Ein Lob sprach der Coach den Fans aus, die im Bus mitgereist waren. "Sie haben uns nach vorn getrieben und wirklich hervorragend unterstützt, selbst, als es eng wurde."

Lok Schönebeck: Knörich Niemann - Kazmierowski (5), Bauer (7), Krause (3), Warschkau (3), Schröder (6), Meißner (4), Tomm, Sauerzweig, Meyer

Siebenmeter: Lok 4/4 - Weißenfels 5/3; Zeitstrafen: Lok 1 - Erdeborn 1