Morgen ab 14 Uhr bestreiten die Handballer der TSG Calbe ihren Saisonabschluss. In vielen Spielen wird der Spaßfaktor im Vordergrund stehen. Und das ist nach einer strapaziösen Saison in der Mitteldeutschen Oberliga der Männer sicherlich Balsam auf die Seele.

Calbe l Wenngleich von vornherein der Klassenerhalt im Fokus stand und kaum jemand zu 100 Prozent davon ausgegangen war, dass dieser auch realisiert werden würde, war man bei der TSG am Ende sichtlich enttäuscht darüber, dass nach der jüngsten 24:29-Niederlage gegen die HG 85 Köthen nun tatsächlich der Gang in die Sachsen-Anhalt-Liga bevorsteht. Denn der Liganeuling hatte sich bis zum letzten Spieltag die Option aufrecht erhalten, auch im kommenden Jahr in der 4. Liga aufzulaufen. "Wir haben in der Hinrunde Punkte liegen gelassen", betonte auch Peter Weiß, der Trainer, der nach etwa der Hälfte der Saison das Amt von René Linkohr übernommen hatte, nachdem sich die Mannschaft gegen die Zusammenarbeit mit ihm ausgesprochen hatte.

Als Aufsteiger musste sich die Mannschaft erst finden. Der Auftakterfolg gegen den späteren Tabellenletzten LSV Ziegelheim sorgte zwar für etwas Beruhigung, doch die folgenden - im Nachhinein wichtigen Partien - gegen Hoyerswerda (26:31) offenbarten bereits die Probleme, die über die gesamte Saison hinweg nicht beseitigt werden konnten. Die Saalestädter taten sich unheimlich schwer, eine gute Wurfposition herauszuarbeiten und haderten mit der Chancenverwertung. "Uns fehlten die einfachen Tore aus dem Rückraum", hatte auch Weiß beobachtet.

Dies kompensierte die TSG in den erfolgreichen Partien vor allem über eine unheimlich starke Abwehrarbeit, mal in einer nur schwer zu überwindenden 6-0, zuweilen aber auch mit Mathias Walter, René Hulha oder Lucas Marschall in einer 5-1. Nachdem das Team in der Rückrunde bereits abgeschrieben war und kaum noch jemand die TSG auf der Rechnung hatte, legte Calbe eine kämpferisch und spielerisch starke Leistung hin, kompensierte die personellen Ausfälle aus Verletzungs- und Berufsgründen und gewann zwei Begegnungen in Folge (Glauchau/Meerane 30:26, HSG Freiberg 28:24), um mit einem Punktgewinn am letzten Spieltag auf den drittletzten Platz klettern zu können. Im Falle einer positiven Relegation des HC Aschersleben wäre der Ligaverbleib somit noch realistisch gewesen. Doch Calbe stand mit dem designierten Meister HG 85 Köthen der wohl unangenehmste Kontrahent gegenüber. Dieser spulte im Stile einer Spitzenmannschaft sein Pensum herunter und drückte die leisen Hoffnungen des Calbenser Anhangs, der sein Team "über die gesamte Saison hervorragend unterstützte", zur Lautlosigkeit. Am Ende stand der vorletzte Rang und die Erkenntnis, dass es "so einfach nicht gereicht hat, um die Liga zu halten".

Doch heute werden die Handballer einen Strich unter die Spielzeit 2013/14 machen. In nur wenigen Wochen wird darüber als "schönes Abenteuer" gesprochen. Und vielleicht kann der Verein demnächst einen erneuten Angriff auf die vierthöchste Spielklasse nehmen. Morgen heißt es allerdings erst einmal: Spaß haben.

Tabelle

1. HG 85 Köthen815:69642:10

2. Einheit Halle857:57139:13

3. SV Oebisfelde 1895 771: 711 35:17

4. HC Glauchau/Meerane 784:691 33:19

5. HC Burgenland 819:764 32:20

6. HV Rot-Weiss Staßfurt 786:70330:22

7. TuS 1947 Radis 727:70927:25

8. SV Hermsdorf 703:73825:27

9. HSG Freiberg 706:70624:28

10. HSG GoGo Hornets 657:70922:30

11. HC Einheit Plauen739:79319:33

12. LHV Hoyerswerda672:74617:35

13. TSG Calbe/Saale650:69417:35

14. LSV Ziegelheim 576:8522:50