Gnadau l Innerhalb von elf Minuten hat die SG Gnadau das Spiel gegen den Spitzenreiter der Fußball-Landesklasse, Germania Olvenstedt, aus der Hand gegeben. Am Ende stand eine deutliche 3:7 (1:1)-Niederlage zu Buche.

Bedarf es einem Beweis der aktuell misslichen Lage der Gnadauer, so muss wohl die unglückliche Szene in der 77. Minute herangezogen werden. Der eingewechselte Robert Paasch wollte den Ball per Kopf klären und zu seinem Keeper Julian Kerzel köpfen. Doch beide sprachen sich nicht ab, sodass der Ball über den Torhüter hinweg in den Kasten flog. Es war bereits die 6:1-Führung für die Gäste, die Partie zu diesem Zeitpunkt längst entschieden.

Denn bereits kurz nach dem Wiederanpfiff erhielten die Gastgeber die kalte Dusche, als innerhalb von elf Minuten vier Gegentreffer fielen. Weil Gnadau im Mittelfeld keinen Zugriff mehr bekam, die Zweikämpfe nicht annahm, zu weit vom Gegenspieler entfernt war und auch die Passgenauigkeit fehlte, verlor das Team zu schnell die Bälle. Germania konterte, und Germania war gnadenlos. Schon nach dem 2:1 der Magdeburger durch Matthias Meinecke gingen die Köpfe der Gastgeber nach unten. "Sie hatten die klaren Niederlagen der vergangenen Spiele vor Augen, dachten sicher: Nicht schon wieder", schätzte Trainer Sebastian Pape ein. Und somit zog schnell Unsicherheit in die Aktionen ein, die erst zehn Minuten vor dem Ende wieder abgestellt werden konnten, als Paasch seinen Fehler mit dem Tor zum 2:6 ausbügelte und Marcus Rasche per Strafstoß zum 3:6 traf.

Dabei hatte Gnadau in der ersten Halbzeit fast alles richtig gemacht. Mit intensiver Zweikampf-Führung und klugen Pässen in die Spitze spielte sich das Team immer wieder gefährlich vor den Kasten der Olvenstedter. Einzig mit dem Abschluss haderte das Team. "Wir haben uns so viele gute Chancen erarbeitet, waren aber nichtclever genug, diese zu nutzen", so Pape. Martin Kühne suchte beispielsweise Nico Steigleder, anstatt allein aufs Tor zuzugehen und den Abschluss zu suchen und Rasche verpasste knapp. "Uns fehlt zurzeit einfach das Glück. Wenn wir mit einer 3:1-Führung in die Pause gehen, sieht es ganz anders aus."

Auf der Gegenseite war es mal wieder typisch, dass Olvenstedt praktisch mit seiner ersten Chance die 1:0-Führung erzielte. Der Freistoß passte genau, prallte vom Pfosten ins Tor. "Wir dürfen allerdings den Standard nicht zulassen, müssen da viel früher stören." Doch die Moral der Gnadauer war intakt, nur wenig später glich Danny Wenzel per Kopfball aus. Bis nach dem Wechsel das Unheil seinen Lauf nahm.

Gnadau: Kerzel - Rudloff, Nicolaus, Bläsing, Wenzel, Feickert, Rasche, Könning, Frauendorf (70. Glode), Steigleder (55. Hoffmann), Kühne (70. Paasch)

Tore: 0:1 Patrick Kohrmann (16.), 1:1 Danny Wenzel (20.), 1:2 Matthias Meinecke (47.), 1:3 Andy Bauerfeind (51.), 1:4 Sebastian Gasch (53.), 1:5 Stefan Hallbauer (57.), 1:6, 2:6 Robert Paasch (77., ET, 80.), 3:6 Marcus Rasche (86. FE), 3:7 Michel Rosenberger (90.+4 FE); SR: Thomas Krugel (Haldensleben), ZS: 41