Es wurde dann doch nicht die erwartete erste "Kracherwoche", die Henning Stapf, Trainer der SG Lok Schönebeck, prophezeit hatte. Seine Handballer ließen dem Verfolger TuS Magdeburg kaum eine Chance und entschieden die letzte HinrundenPartie der Verbandsliga durchaus überraschend mit 35:24 (24:14) sehr deutlich für sich.

Schönebeck l Das Ende der Partie verlief alles andere als schön. TuS, vom Spielstand und den Unparteiischen derart frustriert, machte seinem Ärger Luft und kassierte in den letzten fünf Minuten gleich drei Rote Karten: Sebastian Höppner (53.), Kevin Krause (52.) und Norman Smudzinski (52.). Somit standen die Magdeburger plötzlich nur noch mit vier Mann auf der Platte.

Dabei war die Partie mit 32:22 bereits entschieden. Dass sich Lok in den letzten Minuten von diesen Ereignissen beeinflussen ließ, dass beunruhigte Stapf allerdings nicht. "Ich hatte eher Angst, dass die Jungs aufgrund des Spielstandes die Zügel schleifen lassen und unkonzentriert werden." Eine Sorge, die durchaus berechtigt war, denn Lok ruhte sich zwischenzeitlich doch auf dem komfortablen Vorsprung aus und vergab vorn Möglichkeiten.

Ein Beispiel: Mario Meißner konnte sich den Ball in der Deckung erobern, lief einen Konter, schüttelte sogar noch seine Verfolger ab, aber traf dann das Tor nicht. Dabei hatte sich der Schönebecker zuvor noch redlich Applaus durch eine ähnliche Aktion verdient, als er das 31:22 erzielte.

Konter waren in diesem Spiel auch die Stärke der Gastgeber. Einmal mehr tat sich dabei Loks Kevin Krause hervor. "Er hat im Spiel fünf Gegenstöße verwandelt", lobte Stapf. Allerdings wollte er niemanden aus der Mannschaft speziell hervorheben. "Das Team hat diesen hohen Sieg geschlossen eingefahren. Es ist uns gelungen, am Ende die Konzentration nicht komplett zu verlieren."

Dass Lok so deutlich gewinnen würde, deutete sich in den ersten 15 Minuten nicht an. Die Partie verlief auf Augenhöhe. Dann aber ließ TuS die Deckung derart schleifen, dass sich die Gastgeber über Konter und einfache Tore von 11:10 über 15:10, 18:11 und schließlich 24:14 auf zehn Tore absetzten konnten.

"Das Ergebnis hat mich überrascht", sagte der Trainer. "Man gewinnt nicht einfach mal so im Vorbeigehen mit zehn Treffern gegen eine Mannschaft wie TuS Magdeburg. Kompliment an die Jungs."

Lok Schönebeck: Knörich - Schulz, Bauer (4), Mattissek (1), Prokop (1), Meißner (2), Blumenthal (1), Meyer (1), Schröder (9), Krause (11/6), Roost, Warschkau (3)

Siebenmeter: Schönebeck 7/6 - Magdeburg 3/3; Zeitstrafen: Schönebeck: 2- Magdeburg 9; Rot: Sebastian Hoppner (3x2 Minuten, 53.), Kevin Krause (3x2 Minuten, 52.), Norman Smudzinski (Meckern, 52.) - alle TuS Magdeburg -