Die Freude über den 4:0 (2:0)-Erfolg hielt sich beim TSV Kleinmühlingen/Zens im Landesklasse-Derby gegen die SG Gnadau nach dem Abpfiff eher in Grenzen. Zu sehr waren die Emotionen in dieser Fußball-Partie für schlechte Szenen hochgekocht. Aber Schönheitspreise werden in einem Derby bekanntlich selten vergeben.

Kleinmühlingen l Und ganz unschuldig war Schiedsrichter Mike Weiß auch nicht. Vor allem die Gäste aus Gnadau fühlten sich in mehr als nur einer Szene ungerecht behandelt. Der TSV wunderte sich dagegen über die Ahndungen, die für Fouls oder Nickligkeiten ausgesprochen worden - oder in diesem Fall eben nicht. So foulte Gnadaus Florian Feickert Kleinmühlingens Christoph Berlau und bekam Gelb. Zehn Minuten später dieselbe Situation, diesmal rannte Thomas Frauendorf Kevin Junge um - wieder Gelb. Als es jedoch einen eher harmlosen Zusammenstoß im Strafraum der SGG gab, entschied der Unparteiische auf Elfmeter für den Gastgeber und zeigte Feickert seine zweite Gelbe Karte. Sowohl Mario Katte, Trainer des TSV, als auch Sebastian Pape, Coach der SGG, waren sich einig: "Durch eine klarere Linie hätte unnötige Härte vermieden werden können."

Dabei begann die Partie durchaus ansprechend. Und die Überraschung: Gnadau bot dem Spitzenreiter nicht nur Paroli, sondern bestimmte das Geschehen in den ersten zehn Minuten. "Wir haben versucht, aus dem Mittelfeld heraus Fußball zu spielen."

Kleinmühlingen haderte mit großen Abwehrproblemen, die die Gäste auch prompt nutzten und mit Marcus Rasche und Nico Steigleder gefährlich vor dem Tor von Jens Ulrich auftauchten. Nur Zählbares sprang nicht heraus. Und dann war das Glück ein Stück mehr auf der Seite des Gastgebers. Zwar brauchte der TSV zehn Minuten, um in seinen Rhythmus zu finden, aber er erzielte in der 13. Minute das 1:0 durch Guido Möbius.

Gut 20 Minuten später legte Kleinmühlingen durch Berlau nach. Dieser erzielte per Freistoß das 2:0. Gnadaus Torwart und Co-Trainer Dirk Bizuga schaute dabei recht verdutzt, als der Ball neben ihm im Netz landete. "Ich kenne Christoph und weiß, dass er ein Fuchs ist", sagte Bizuga. "Da habe ich mich verkalkuliert."

Bizuga sprang für die erkrankten Tortüter ein. "Dirk hat vorher kein spezielles Training absolviert und stand auch seit zweieinhalb Jahren nicht mehr in einem Tor", erklärte Pape und fügte lobend an: "Dafür hat er seine Sache gut gemacht." Auch Berlau löste seine Aufgabe gut, denn das 2:0 blieb nichts ein einziger Treffer. Er erzielte auch das 3:0 per Strafstoß. Auch er betrachtete seinen Freistoßstreffer mit einem Augenzwinkern. "Ich hatte erst überlegt, ihn genau über die Mauer zu schießen, entschied mich dann aber anders."

Katte war es letztlich egal, wie Berlau den Ball nun schoss, wichtig war, dass er getroffen hatte. Und auch sonst war er im Großen und Ganzen zufrieden. "Kämpferisch haben die Jungs alles erfüllt. Allerdings hätte in der Defensive mehr kommen müssen und im Angriff wurde zum Ende hin vieles nur Stückwerk."

TSV Kleinmühlingen/Zens: Ulrich -Karg, Möbius, Klepel, Balder, Berlau (75. Bernau), Möbes, Kirchhoff, Rönz, Junge (80. Schliemann), Jäger (83. Wehling)

SG Gnadau: Bizuga - Rudloff, Paasch, Bläsing, Könning, Rasche, Feickert, Frauendorf, Steigleder, Mohn, Kühne

Tore: 1:0 Guido Möbius (13.), 2:0, 3:0 Chrsitoph Berlau (36., 63., FE), 4:0 Andreas Kirchhoff (83.); SR: Mike Weiß (Osterweddingen), ZS: 130; Rot: Florian Feickert (61., Foulspiel) - Gnadau -