Schönebeck (fna) l Der Blick von Trainer Michael Steffen ging geraudeaus ins Leere, Christian Wagner stapfte mit gesenktem Kopf direkt in die Kabine und Christian Bruchmüller lag verloren auf dem Rasen - die Enttäuschung beim Schönebecker SV hatte viele Gesichter. Er verlor gegen TuS Bismark mit 0:1 (0:1) und findet sich damit auf einem Abstiegsplatz der Fußball-Landesliga wieder. Ein Szenario, "das wir unbedingt verhindern wollten", sagte der Coach. Doch mit einer spielerisch schwachen Vorstellung, in der die Gastgeber nur in den ersten 30 Minuten zeitweise für Gefahr sorgten, gab es auch gegen keineswegs übermächtige Altmärker nichts zu holen.

Der SSV hatte zwar den besseren Start und erzeugte eine halbe Stunde lang Druck, doch die Chancen blieben ungenutzt. Zum einen, weil der Abschluss zu ungenau war. Zum anderen, weil TuS-Keeper Hannes Gust sehr gut parierte. "Und dann haben wir nach einer schlechten Aktion das Fußballspielen eingestellt", haderte Steffen. "Wir haben uns das Gegentor selbst zuzuschreiben." Während ein Gegentreffer noch zu verschmerzen wäre, haderte der Trainer vor allem mit der Einstellung. "Die Körpersprache war nicht bei allen positiv. Es sah mehr danach aus, als hätten wir Angst davor, Fehler zu begehen. Doch dann passieren diese erst recht."

Nach dem Wechsel waren die Gastgeber bemüht, vor allem kämpferisch war der Wille über weite Strecken zu sehen, doch spielerisch waren die Mittel viel zu begrenzt. Nach Balleroberung war das Leder zuweilen nach zwei Ballkontakten schon wieder beim Gegner gelandet. Dieser ließ gute Kontermöglichkeiten durch Alexander Meyer, Carlo Rämke oder Steffen Rogge aus. Auf der anderen Seite verpassten Steven Gondeck, Stefan Kauczor oder Sebastian Jakobs aussichtsreiche Chancen, sodass es beim knappen Erfolg für die Gäste blieb. "Ich bin stolz auf die Jungs. Wir hätten das Spiel früher entscheiden können. So blieb es spannend bis zur letzten Minute", sagte Bismarks Co-Trainer Mirko Völker.

Auf der anderen Seite haderte Steffen mit dem Punktverlust. "Diese Niederlage ist bitter. Das hätte nicht sein müssen. Bismark hat auch keine Bäume ausgerissen." Für die kommenden Partien verlangt er nun eine Steigerung seiner Schützlinge, der Absturz auf einen Abstiegsrang sollte Warnung genug sein. "Jetzt muss der Schalter umgelegt werden. Wir müssen noch mehr machen. Läuferisch und von der Einstellung her muss da noch mehr kommen."

Schönebecker SV: Pingel - Kauczor, Kühn, Bruchmüller, Meyer (71. Stein), Bittersmann (57. Bittkau), Gondeck, Dudziak, Palm, Wagner, Jakobs

Tor: Carlo Rämke (40.); SR: Christian Wesemann (Quenstedt), ZS: 44