Schönebeck/Calbe (mnd). Drei Wochen Spielpause liegen hinter den Handballerinnen der SG Lok Schönebeck. Doch statt sich von den zurückliegenden Strapazen zu erholen, zu regenerieren und die obligatorischen Wunden zu lecken, wurde die Mannschaft von Hiobsbotschaften regelrecht überhäuft. Die wohl schwerwiegendste ist die von Trainer Dirk Schedlo, der die SG Lok aus gesundheitlichen Gründen in den nächsten Wochen nicht betreuen kann. Dennoch muss sie morgen Farbe bekennen. Gegner um 14 Uhr in der Vollbring-Halle ist der SV Großgrimma, Tabellenvorletzter der Sachsen-Anhalt-Liga.

"Es scheint alles gegen uns zu laufen", sagt Spielerin Melanie Krause, die aufgrund des Ausfalls von Schedlo gegenwärtig das Training leitet und ihr Team auch am Wochenende betreuen wird. Denn für sie kommt ein Einsatz aufgrund von Knieproblemen ebenfalls nicht in Frage. Da auch Tina Erxleben aus privaten Gründen längerfristig fehlen wird und Saskia Kalwatz arbeitsbedingt verhindert ist, wird selbst die vermeintlich leichte Partie gegen den Vorletzten zur großen Hürde. Doch trotz der Umstände ist Krause zuversichtlich: "Es läuft alles relativ normal weiter, nur der Drill fehlt ein wenig. Aber wir haben ja eine gute Mannschaft zusammen." Zu dieser gehört auch Janka Bauer. Die Allrounderin ist beruflich stark eingespannt, hat aber ihre Teilnahme signalisiert. Krause: "Wir wollen für Dirk spielen und gewinnen."

Die Männer der SG Lok Schönebeck empfangen am Sonnabend (Anpfiff 17.30 Uhr) den SV Langenweddingen. Auch bei der Mannschaft von Trainer Volker Musche überwogen jüngst die schlechten Nachrichten. So verletzte sich Christian Stark im Skiurlaub und fällt ebenso aus wie Sebastian Papendieck (verletzt) und Falk Hohmann (berufsbedingt). "Nun müssen halt die Jüngeren in die Bresche springen", sagt Kapitän Stefan Kazmierowski. So wird vor allem Hendrik Grünig höhere Spielanteile bekommen und auch Johannes Sternberg, der bereits in Calbe sein Potenzial angedeutet hat, wird auf Linksaußen beginnen. Am Dienstag im Testspiel gegen den Mitteldeutschen Oberligisten HV Rot-Weiss Staßfurt hat die Mannschaft vor allem in der ersten Hälfte unter Beweis gestellt, dass die Änderungen greifen. Kazmierowski: "Wenn wir die Leistung über 60 Minuten bestätigen können, dann ist auch ein Sieg gegen Langenweddingen möglich."

Die Männer der TSG Calbe müssen am Wochenende gleich zweimal antreten. Das Team von Interimstrainer Peter Weiß empfängt heute die SG Seehausen (Anpfiff 15 Uhr), bevor sie morgen beim BSV 93 Magdeburg (16 Uhr) um Punkte spielt. "Es wird ein Wochenende in der Sporthalle", sagt Weiß, der trotz der Doppelbelastung vier Punkte fordert: "Wenn wir einen Medaillenplatz haben wollen, dann müssen wir beide Spiele gewinnen." Um den Kräfteverschleiß seiner Mannschaft macht er sich dabei aber keine Sorgen: "Die Jungs sind körperlich fit." In den Einheiten hat er daher auch nicht auf Sparflamme trainieren lassen, vielmehr appelliert er an die Vernunft der Spieler, die abendlichen Aktivitäten angemessen zu gestalten.

Verzichten muss Weiß auf Guido Fritsche und Björn Rätzel, die sich beide im Urlaub befinden. Rätzel versucht jedoch, am Sonntag mit von der Partie zu sein. Wie der Rest der Mannschaft werden dann auch die angeschlagenen Christian Hübner und Niels Rätzel auf die Zähne beißen.