Maximilian Dentz hat es so ausgedrückt: "Man kann nicht immer gut spielen. Wir haben gewonnen, das zählt." Und mit diesem 2:0 (1:0)-Sieg über Eintracht Salzwedel hat der Schönebecker SC seine Siegesserie in der Fußball-Landesliga am Sonnabend auf zehn Erfolge ausgebaut, ganz nebenbei folgte die Belohnung mit dem Sprung auf den ersten Platz. Das Team durfte also doppelt feiern vor den 100 Zuschauern.

Schönebeck.

Es wachsen die Begehrlichkeiten beim SSC, und die dürften inzwischen Verbandsliga heißen. So weit schaut der Coach aber noch nicht nach vorn. "Die Tabelle ist nur eine Momentaufnahme", relativierte Christian Kehr. Zu tief sitzt der Stachel aus der vergangenen Saison, als das Team am vorletzten Spieltag die Chance auf die sechste Liga verpasste.

Doch wie sich die Grün-Weißen vor allem in den vergangenen Spielen präsentierten, das rechtfertigt die Ambitionen allemal. Und nicht zu vergessen: Gegen Salzwedel fehlten mit Enrico Klüter, Thomas Ritzmann oder Marcus Bolze drei spielbestimmende Akteure verletzungsbedingt beziehungsweise gelbgesperrt. Und in diesem umgestellten Kader tat sich der SSC schwer in der Chancenverwertung. Bei den Kantersiegen zuletzt noch ein Beispiel an Effektivität, ließen Christoph Irmscher oder der eingewechselte Maik Adrian gute Möglichkeiten liegen. So musste Robert Renger, der sich in den vergangenen Partien zur personifizierten Abwehrstärke entwickelt hat - zu der natürlich auch Kapitän Tobias Buchholz gehört - "die Eisen aus dem Feuer holen". Mit einem direkt verwandelten Freistoß hat er seine Farben mit 1:0 in Führung gebracht (36.).

Es ist nicht immer einfach, ein gutes Spiel zu zeigen. Vor allem nicht, wenn man sich selbst einen Erfolgsdruck auferlegt, indem man die Konkurrenz durch 6:0 oder 6:1-Siege das Fürchten lehrte, und wenn man gegen einen Kontrahenten antreten muss, der so gut wie nichts für das Spiel beigetragen hat und es auf nur einen echten Torschuss in der Nachspielzeit gebracht hat, was wohl der personellen Situation geschuldet war. So lobte Eintracht Coach Sigmar Pätzold sein Team: "Wir waren über die gesamte Partie mindestens gleichwertig. Hut ab vor der Mannschaft. Wir wurden unter Wert geschlagen."

Auch nach dem Wechsel erarbeitete sich der Gastgeber gute Möglichkeiten, ließ diese aber weitgehend aus, Kevin Lindner verschoss noch einen Foulelfmeter (70.). Erst in der 90. Minute belohnte sich Adrian für seine gewohnt engagierte Leistung, als er bei einem Konter den Querpass vom eingewechselten Tobias Plantikow zum 2:0 verwandelte. Anhand der Reaktion der Salzwedeler Maximilian Müller und Gregor Roth, die sofort ihre Köpfe hängen ließen, war erkennbar, wie sehr dieser zweite Gegentreffer den Gästen "den Wind aus den Segeln" genommen hat.

Trotz des Sieges ist man vorsichtig bei den Grün-Weißen, "wir schauen von Spiel zu Spiel", hat Christian Kehr vor wenigen Wochen gesagt. Doch als Tabellenführer in die kommenden Begegnungen zu gehen, das ist für den SSC sicher kein unbekanntes Gefühl, und er hat aus der vergangenen Saison gelernt.

Schönebecker SC: Deumeland - Schüßler, Buchholz, Braunert (76. Plantikow), Renger, Rothe, Wejsfelt, Lindner, Irmscher, Duscha (40. Adrian)

Eintracht Salzwedel: Röhl - Müller, Roth, Gebert, Weiß, Wagner Schulz, Komnick, Schmidt, Paulini (59. Diekmann), Wiese