Eigentlich war es die perfekte Vollendung einer starken Vorstellung: Handballer Ron Barby erzielte gestern Nachmittag kurz vor dem Ende vor etwa 200 Zuschauern das 27:22. Es war sein sechster Treffer und die Belohnung für super Anspiele, Festmachen in der Abwehr, Heraustreten auf den Rückraum und gute Laufwege, um Lücken für die Mitspieler zu schaffen. Doch Daniel Bertram, der Keeper der TSG Calbe, hatte etwas dagegen. Drei Sekunden vor dem Ende überwand er mit einem Wurf aus dem eigenen Kreis Christian Brandt, den Keeper des SV Wittenberg-Piesteritz, zum 28:22 (13:12)-Endstand im Halbfinale des HVSA-Pokals.

Von Frank Nahrstedt

Calbe. Auch für Bertram war es die Vollendung einer souveränen Leistung. 16 Würfe hielt er insgesamt auf seinen Kasten, darunter viele von den Außenpositionen. Diese wurden in der 6-0-Defensive in der zweiten Halbzeit zusehends vernachlässigt, doch das war eine taktische Anweisung, erklärte René Linkohr, der sich das Spiel ebenfalls angesehen hat. Über den starken Rückraum mit Robert Szep Kis, Piotr Pawlak und Torsten Fuchs verkürzte Wittenberg/Piesteritz nicht nur den anfänglichen Rückstand, sondern erzielte die erste Führung zum 9:8.

Calbe, das zu Beginn durch eine sehr aggressive und aufmerksame 6-0-Defensive zum 4:1 vorgelegt hatte, stellten vor allem die schnellen Körpertäuschungen der Rückraumakteure vor einige Probleme. Doch dafür fand die TSG spätestens in der zweiten Halbzeit das richtige Mittel.

Barby agierte auf der halblinken Position nun etwas vorgezogener und spielte seinen wohl stärksten Part in der Abwehr, ließ die Wittenberger nur selten an sich vorbei oder verhinderte die Anspiele auf Andreas Olle an den Kreis.

Dann hatte das Team zweimal die Chance, auf vier Zähler davonzuziehen (16:13, 18:15), doch eine schlechte Wurfauswahl und technische Fehler verhinderten dies. Erst als René Hulha das 20:16 (48.) markierte, ging ein Ruck durch die Reihen. Zwar verkürzten die Gäste noch zum 20:19, doch Barby nach Pass von Hulha zum 22:20, Björn Rätzel per Konter zum 23:20 und per Strafwurf zum 25:22 stellten die Weichen auf Sieg.

Somit steht das Wunsch- oder Traumfinale zwischen Lok Schönebeck und Calbe fest. Das Hinspiel steigt am kommenden Sonnabend in der Franz-Vollbring-Halle in Schönebeck, das Rückspiel dann zwei Wochen später in der Heger-Sporthalle.

TSG Calbe: Bertram - Walter, B. Rätzel (6/3), Barby (6), Doll (1), Hulha (4), Roost (2), N. Rätzel (1), M. Kralik (2), Fritsche, Hübner (5)

Wittenberg/Piesteritz: Brandt - Bley, Pawlak, Bäßler, Giese (4/3), Olle (6), Balke (1), Engel (1), Fuchs (4), Szep Kis (6/4)

Siebenmeter: Calbe 3/3 - Wittenberg/Piesteritz 8/7; Zeitstrafen: Calbe: 3 Wittenberg/Piesteritz 2