Die Handballfans in Schönebeck und Calbe haben es sich gewünscht, vor einer Woche ist es durch den Calbenser Sieg über Wittenberg/Piesteritz wahr geworden: Die beiden Endspiele im HVSA-Pokal bestreiten die beiden Sachsen-Anhalt-Ligisten SG Lok Schönebeck und TSG Calbe. Der erste Vorhang geht heute um 17.30 Uhr in der Franz-Vollbring-Halle auf.

Calbe/Schönebeck. Die Teams gehen mit unterschiedlichen Voraussetzungen in das Hinspiel. Bei den Gastgebern wird Rückraumschütze Falk Hohmann auf alle Fälle fehlen. Er zog sich eine Entzündung im Ellbogen zu und wurde zweimal operiert. Für ihn ist wohl die gesamte Saison passé. Zudem kehrte Guido Weidner mit einer Erkrankung aus Kanada zurück, Mario Seifert plagt sich mit einer Meniskus-Verletzung. Und Johannes Sternberg hat vor einer Woche im Spiel gegen Güsen eine Schulterprellung erlitten. Dafür ist Christian Stark wieder voll einsatzfähig. "Wir werden sehen, wer auf die Zähne beißen und spielen kann", sagt Trainer Matthias Schröder.

Bei der TSG Calbe hingegen sind alle Spieler an Bord, nur Felix Kralik muss noch pausieren (Sprunggelenk), er könnte im Rückspiel fit sein. "Bei uns haben sogar die Berufstätigen ihre Schichten getauscht, um dabei zu sein", erklärte Interims-Trainer Peter Weiß. Er warnt zugleich, aufgrund der Ausfälle bei der SG Lok das Team auf die leichte Schulter zu nehmen. Erfahrungsgemäß "sind die Nachrücker auf den Positionen umso heißer".

An Motivation wird es ohnehin niemandem mangeln, eine gewisse Unruhe ist in beiden Teams spürbar. "Ich kann meinen ersten Titel als Trainer erringen", schaut Schröder zuversichtlich voraus. Es geht ja ohnehin darum, die verkorkste Saison zu retten, wenngleich es keine guten Voraussetzungen sind. "Aber die Halle wird voll sein", ist sich Kapitän Stefan Kazmierowski sicher, bereits im Vorfeld gab es viele Nachfragen. "Wir haben uns intensiv vorbereitet, kennen Calbe gut und wissen, was uns erwarten könnte", erklärt der Coach. "Es wird wohl von der Tagesform abhängen, wer gewinnt."

Ähnlich sieht es René Linkohr, der Trainer der TSG, obwohl er der Floskel mit der Tagesform nichts abgewinnen kann. "Es wird darauf ankommen, wer besser in Tritt kommt, wer disziplinierter auftritt und wer die Akzente setzen kann." Mit viel Taktik hat sich die TSG also nicht auseinandergesetzt, darauf käme es ohnehin nicht an. "Es wird sich viel im Spiel entscheiden."

Auch Lok hat unter der Woche nur wenig taktisches Training absolviert, "wir haben viel gesprochen, was uns von der TSG erwarten kann. Wir kennen die Mannschaft aus zwei Ligaspielen und aus den Jahren zuvor", sagt Schröder. Zuhause vorlegen zu können, darin sieht der Coach nicht unbedingt einen Vorteil, "aber das kommt auf das Ergebnis an". Schließlich könne man Calbe zunächst unter Druck setzen, die TSG wäre im Rückspiel unter Zugzwang.

Die innere Unruhe ist groß bei den Saalestädtern, auch Weiß verspürt seit Tagen Aufregung. Die Chance, nach dem verpassten Titelgewinn im vergangenen Jahr gegen die "Übermannschaft der Liga" Oebisfelde in dieser Saison den großen Wurf landen zu können ist groß. "Diesmal ist es anders, die Mannschaften sind ausgeglichener."

Womöglich ist das der Grund, weshalb auch die älteren Spieler der Gastgeber aufgeregt sind. Schließlich haben die beiden Keeper Patrick Tuchen und Christian Schuster, Kazmierowski, Schröder, Seifert oder Stark genug Erfahrung, mit diesen Drucksituationen umzugehen. Doch ausgerechnet in den Spielen gegen Calbe verhinderten einfache Fehler oder der große Wille der TSG zum Ende einen möglichen Erfolg. Beispielsweise im vergangenen Jahr, als sich beide Teams im Halbfinale gegenüberstanden (36:38). Wie es im Pokalfinale ausgeht, steht am 30. April gegen 18.45 Uhr fest. Morgen geht nur der erste Vorhang auf.

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