Acht Spiele, acht Siege und eine beeindruckende Tordifferenz von +131: Die weibliche E-Jugend des SV Wacker Westeregeln dominiert die Handball-Bezirksliga. Nick Elsner und Magnus Rohde trainieren die Kleinen gemeinsam und sind beeindruckt von der Entwicklung ihrer Schützlinge.

Westeregeln l Der 34-jährige Nick Elsner betreut die E-Jugend seit gut zwei Jahren. Selber spielt er in Wackers zweiter Männermannschaft. "Meine Tochter gab den Ausschlag, den Trainerposten zu übernehmen", so Elsner. Charlotte Rohde spielt selber in de E-Jugend. Charlottes Onkel ist der zweite Trainer, Magnus Rohde. Doch familiäre Vorteile genießt die Neunjährige nicht. "Beim Handball sind wir Trainer und das akzeptiert sie", erklärt Rohde. "Darauf legt sie selber großen Wert."

Die Trainer sind beide gleichberechtigt und froh, den Posten jeweils nicht allein ausüben zu müssen. "Die Betreuung wäre allein nicht möglich, wir sind lieber zu zweit", weiß Elsner. Einer übernimmt vor den Spielen stets das Protokoll, der andere das Aufwärmprogramm.

Noch vor einem Jahr dachte niemand daran, dass es in dieser Spielzeit so ein Durchmarsch wird. "Wir sind in der ersten Saison gegen zwei bis drei Jahre ältere Mannschaften angetreten", erinnert sich Elsner. Es setzte viele deutliche Niederlagen - was laut Elsner im Rückblick positiv zu bewerten ist. "Keiner hat sich davon entmutigen lassen - im Gegenteil, jeder ist daran sogar gewachsen. Aus Niederlagen lernt man mehr als aus Siegen." Am Ende sprang der fünfte Platz heraus.

Doch die Abwehrarbeit stimmte bereits damals. "Das Team versteht es, hart zuzupacken." Nick Elsner erinnert sich noch, dass sogar Gegner darüber erstaunt waren.

Diese Härte steigerte sich in dieser Saison sogar noch. Rohde lobt seine Schützlinge dafür. "Im Rahmen der Fairness spielen sie sehr hart. Es zahlen sich dabei die Erfahrungen aus, mal mit Jungs zusammen gespielt zu haben." Eine weitere Stärke sieht der 24-Jährige im Kollektiv der Mannschaft. "Es gibt bei uns keinen Neid." Trainerkollege Elsner ergänzte die Stärken um das schnelle Umkehrspiel. Außerdem weiß er die aktuellen Resultate einzuschätzen. "Es ist beeindruckend, was das Team leistet. Eigentlich spielt jeder einzelne über seinem Leistungsvermögen."

Die Trainingsschwerpunkte liegen neben der Arbeit an der Kondition vor allem im Umgang mit dem Ball. Um die angestrebten Fortschritte zu erzielen, findet zweimal in der Woche das Training statt. "Das braucht man in dem Alter auch", weiß Elsner. Mehr Einheiten seien aber nicht möglich, denn neben Handball geht die Schule vor und viele Spielerinnen gehen noch weiteren Hobbys nach.

Wichtig ist dem Trainergespann das Zusammenspiel mit den Eltern der Kleinen. "Es ist wichtig, dass Eltern hinter dem Sport stehen", erklärt Elsner. "Wir sehen zwar das Potenzial, doch wir werden auch mal wieder hoch verlieren. Und ohne den Rückhalt der Eltern würden die Spielerinnen mit gesenktem Kopf zum Training kommen und sich nur noch fragen, ob sie schlecht gespielt haben", so Rohde. Außerdem befinden sich zwölf Nachwuchs-Handballerinnen im Kader, doch nur sieben können spielen.

Auch der Blick auf die Torschützenlisten soll vermieden werden. "Kinder achten oft nur darauf, viele Tore zu erzielen und geben dann nicht ab. Das wollen wir unterbinden und als Team funktionieren", schildert Elsner. "Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen. Der Mannschaftsgeist steht über allem."

Für die restliche Saison wünscht sich der Verein, dass sich die Erfolgsserie fortsetzt. "Wir nehmen den Hype gern mit und werden niemanden bremsen", verrät Elsner. "Wir wollen natürlich an der Spitze bleiben - die Kinder wollen endlich mal einen Pokal oder eine Medaille gewinnen. Aber wir werden bestimmt auch mal verlieren." Dies sei auch wichtig, denn "auch verlieren will gelernt sein".

Elsner hofft, auch in der kommenden Saison auf alle Spielerinnen zählen zu können. "Es wäre schade, wenn einige weggehen würden. Wir sind eine schöne Gemeinschaft." Doch die meisten seiner Schützlinge kommen in die fünfte Klasse. Da ist unklar, wie viel Zeit zukünftig für den Sport bleibt.