Staßfurt/Travemünde (chj) l Nach einer 14-tägigen Pause setzt der HC Salzland 06 heute die Mission Klassenerhalt in der 3. Liga fort. Dafür treten die Handballerinnen um 17 Uhr beim Spitzenreiter TSV Travemünde an. "Das wird ein gutes Spiel für uns, denn wir reisen ohne Erwartungsdruck an", erklärt Salzland-Trainer Nils Lässing.

"Wir können befreit aufspielen und wollen unser Leistungsvermögen abrufen." Zwar sei in der Liga keine Mannschaft je chancenlos, doch "unsere Prämisse sind nicht diese zwei Punkte". Viel wichtiger ist dem Coach ein ordentliches Auftreten seiner Sieben. "Wir wollen in Travemünde vor allem Selbstbewusstsein für die kommenden Gegner schöpfen. Ein Sieg wäre nur das i-Tüpfelchen."

Im Hinspiel agierten beide Teams lange auf Augenhöhe. Zur Pause stand es 18:18, erst in der letzten Viertelstunde zeigte sich, wer aufgestiegen ist und wer aufsteigen will. Sowohl aus dem Hinspiel als auch aus Videoanalysen kennt Lässing den Gegner ganz genau. "Das Team verfügt über einen hervorragenden Aufbau, vielleicht den besten der Liga. Doch sein Schwachpunkt liegt im Deckungsverhalten und auf den Außenpositionen."

Zwar wird der HCS voraussichtlich mit voller Kapelle anreisen, doch die Einsätze von drei Spielerinnen hält Lässing für fraglich. Yvonne Sachse war lange krank, dürfte noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte sein. Bei Christiane Retting und Maria Häußler bleibt abzuwarten, wie sie den Jetlag nach einem Urlaub verkraften. "Die personelle Situation ist entsprechend angespannt", erklärt Lässing.

Personell aus dem Vollen schöpfen kann hingegen Travemündes Trainer Thomas Kruse, der trotz Tabellenführung vor den Gästen warnt. "Salzland kann hier frei aufspielen. Wir nehmen jeden Gegner ernst, sonst würden wir nicht oben stehen." Doch die Favoritenrolle leugnet er nicht, im Gegenteil. "Diese nehmen wir natürlich gern an, wir haben sie uns immerhin hart erarbeitet." Der TSV will aufsteigen, der HCS die Klasse halten. "Was die Motivation angeht, dürften beide Teams auf Augenhöhe sein", weiß Kruse.