Für die Handballerinnen des HC Salzland 06 dürfte es morgen beim Tabellenletzten der 3. Liga ein Vier-Punkte-Spiel werden. Zwar wäre der Abstieg rein rechnerisch trotz eines Erfolgs noch möglich, doch der Schritt Richtung Klassenverbleib wäre riesengroß.

Staßfurt l "Zwei Punkte wären enorm wichtig", erklärt Christiane Retting aus dem rechten Rückraum der Salzländerinnen. "Ein Sieg müsste für uns Pflicht sein, die Zähler würden uns etwas abschirmen."

So klar die Ziele auch formuliert sind, hochnäsig fährt der HCS nicht zum Schlusslicht der Liga. "Wir dürfen den Gegner nicht unterschätzen, es wird definitiv kein Selbstläufer", warnt Retting. Gerade weil die Brandenburgerinnen bereits als Absteiger feststehen, darf die Rechnung nicht ohne sie gemacht werden. "Der Gegner hat nichts zu verlieren und spielt befreit auf. Hochnäsigkeit kann ganz schnell zu Enttäuschung führen", mahnt die 24-Jährige.

Auch Brandenburgs Trainer Marcel Wiesner sieht genau in der Tabellenkonstellation den Trumpf seiner Sieben. "Wir haben keinen Druck mehr, das ist unser Vorteil. Aber es stellt sich die Frage, wie lange wir daraus diesen Vorteil ziehen können." Die Brandenburger stehen mit lediglich einem Zähler abgeschlagen am Tabellenende, am Abstieg führt kein Weg mehr vorbei. "Aber wir wollen noch einen Sieg erzielen. Und wenn das nicht gelingt, wollen wir zumindest unser Bestes geben", gibt Wiesner die Marschroute vor.

An das Hinspiel, dass der HCS mit 30:22 für sich entschied, hat Wiesner keine guten Erinnerungen. "Ich hatte ein schlechtes Bauchgefühl." Auch bei den Salzländerinnen lief nicht alles rund. Hinten wurde teilweise zu ungeschickt agiert, vorn zu viel liegenlassen. "Brandenburg zeigte eine super zweite Welle und war sehr flink auf den Beinen", blickt Retting zurück. Vor allem Ulrike Kohlmey, die von Halbrechts die gesamte Offensive bestimmte, setzte dem HCS zu. Doch sie wird morgen mit einem Kreuzbandriss ausfallen. "Das tut mir leid für sie. So etwas wünscht man keinem", so Retting.

Damit die Offensive der Gäste wieder mit Durchschlagskraft glänzen kann, fordert Retting ebenso die zweite Welle. "Mit Caroline Rosiak haben wir ja unsere kleine `Speedy`, die immer ganz schnell vorn ist. Insgesamt müssen wir aber alle mehr Tempo nach vorn entwickeln." Umso erfreulicher ist es für den HCS, dass mit einer vollen Bank ohne Ausfälle genügend Wechselmöglichkeiten verfügbar sind, um das Tempo hoch zu halten.

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