Eine Viertelstunde lang suchte das Trainergespann der ZLG Atzendorf um Steffen Grohe und Bernhard Knoll nach Abpfiff das Gespräch mit ihren Landesklasse-Kickern. Es gab Grund für "Tacheles", denn das Team unterlag Eintracht Osterwieck mit 1:5 (1:1) und präsentierte sich dabei zu kampflos.

Osterwieck l Bereits in der Pause fielen deutliche Worte. "Wir haben uns richtig die Meinung gegeigt", sagte Grohe. Obwohl beim Stand von 1:1 ergebnistechnisch noch alles im Lot war - schließlich war ein Punkt das ausgeschriebene Minimalziel - waren sowohl die Trainer als auch die Spieler nicht zufrieden. "Jeder wusste, dass es mit der Leistung so nicht gut gehen konnte." Vor allem die Zweikämpfe wurden nicht konsequent angegangen. "Das Auftreten war der Bedeutung der Partie nicht konform", haderte der Coach.

Nachdem es zum Seitenwechsel nach zwei Strafstößen noch ausgeglichen war, besiegelten die ersten Minuten nach Wiederanpfiff den Atzendorfer Untergang. In dieser Phase kassierte die ZLG drei Treffer zum vorentscheidenen 4:1 für die Eintracht. "Der ein oder andere schien mit den klaren Worten in der Pause nicht zurecht gekommen zu sein", blickte Grohe zurück.

Dem 1:2 ging ein Pass von Phillip Voigtländer voraus, der Kay Faatz so sehr unter Druck setzte, dass die Gastgeber einen Ballverlust provozieren konnten und in der Folge trafen. Auch dem 1:3 ging ein individueller Fehler voraus. Marcel Maier köpfte einen eigenen Eckball in die falsche Richtung und leitete so einen generischen Konter ein. Von der grundsoliden Leistung des vorangegangenen Spiels gegen Askania Bernburgs Zweite war keine Spur mehr erkennbar. Sowohl taktisch als auch vom personellen Grundgerüst trat nahezu die gleiche Mannschaft auf, doch mit einem gänzlich anderen Gesicht. Auch Grohe fragte sich, "wie es sein kann, sich innerhalb von 14 Tagen so zu verändern?".

Nachdem Osterwieck in der 73. Minute die Atzendorfer Packung besiegelte, gab es bei der ZLG reichlich Gesprächsbedarf. "Unsere Stunde hat nun geschlagen", wusste Grohe. "Jetzt stehen uns sechs Endspiele bevor. Das wollten wir tunlichst vermeiden." Auch die taktische Umstellung zur Pause, Verteidiger Stefan Rock und "Sechser" Voigtländer die Positionen tauschen zu lassen, brachte nicht die gewünschte Sicherheit. "In bestimmten Situationen reagiert Phillip zu hektisch", erklärte der ZLG-Coach. Eine notgedrungene Umstellung erzwang hingegen Christian Rock, der zur Pause ausgewechselt wurde, da er mit Gelb vorbelastet war und nach einem weiteren Foul an der Ampelkarte "kratzte". Hinzu kam die frühe Verletzung von Daniel Ebeling. Doch alle eingesetzten Spieler ließen Moral und Leidenschaft vermissen.

ZLG Atzendorf: Eisenträger - C. Rock (46. Sonnefeld), Maier, Kutz, Voigtländer, Faatz, Ebeling (29. Gehrke), Sura, S. Rock, Knoll, Tolle

Tore: 0:1 Sebastian Tolle (24., FE), 1:1 Vladimir Zir (27., FE), 2:1 Hannes Seubert (47.), 3:1 Valentin Schmidt (49.), 4:1 Vladimir Zir (52., FE), 5:1 Mathias Hauch (73.); SR: V. Tietz; ZS: 75