Staßfurt l Lothar Maruhn sah man in seiner langen Karriere als aktiver Handballer und als Trainer eher selten mit Tränen in den Augen. Vielmehr hatte der 63-Jährige immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, gab Kontra und hielt mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. Doch bei seiner Verabschiedung aus 44 Jahren hauptamtlicher Tätigkeit im Landessportbund, Kreissportbund und weiteren Organisationen konnte auch der ehemalige Geschäftsführer des KSB seine Emotionen nicht mehr verbergen.

Zunächst hatte es beim 1. Sportsymposium des Sportbunds in Staßfurt locker und unterhaltsam angefangen. Zum Beispiel hielt Frank Hengstmann, Kabarettist aus Magdeburg, eine Laudatio mit vielen Textteilen zum Schmunzeln auf den scheidenden Westeregelner, der inzwischen in Borne wohnt.

Doch nachdem auch KSB-Präsident Detlef Gürth sich für die jahrelange und aufopferungsvolle Hingabe von Maruhn bedankte ("Wir werden dich vermissen.") und schließlich auch der symbolische Staffelstab von Maruhn an Thomas Gruschka, seinen Nachfolger, übergeben wurde, geriet die Gefühlswelt des Ausgezeichneten immer mehr in Aufruhr. Und als er sich schließlich bei seiner Frau Brigitte, die an diesem Tag auch noch Geburtstag hatte, für ihre jahrelange Unterstützung bedanken wollte, überwältigten ihn die Emotionen. "Ihr habe ich praktisch alles zu verdanken." Allerdings versagte die Stimme nur kurz, denn zur Eröffnung des Büfetts - quasi seiner letzten offiziellen Amtshandlung - war Maruhn wieder in gewohnter Manier zum Scherzen aufgelegt, unterhielt sich noch lange mit den Menschen, die ihn in seinem Leben begleitet haben und nahm viele Geschenke, Präsente und vor allem Erinnerungsstücke aus seiner aktiven Zeit entgegen.

So ganz ist er aus dem KSB nicht ausgeschieden, zumindest in diesem Jahr möchte er die Kreis-Kinder und Jugendspiele noch betreuen, es sei sogar auch in der kommenden Sommersaison denkbar. Es könnte dann eine kleine Abschiedstour aus dem "aktiven Dienst" werden, denn Maruhn war jemand, der vom Schreibtisch aufstehen und "raus zu den Vereinen vor Ort" gehen wollte - und es auch tat.

 

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