Melsungen (chj) l Nach vier Spielen mussten die Handballerinnen des HC Salzland 06 nun ihre erste Niederlage in der 3. Liga einstecken. Sie unterlagen bei der SG Kirchhof mit 21:30 (10:12). Trainer René Linkohr warnt allerdings davor, aus dem verlorenen Spiel voreilige Schlüsse zu ziehen.

"Es gibt andere Gegner in der Liga, gegen die wir punkten müssen", sagte der HCS-Coach. Kirchhof stieg aus der 2. Liga ab. Zwar gab es einen personellen Umbruch, doch an Qualität verlor das Team nicht. So verpflichteten die Gastgeber beispielsweise mit Markus Berchten einen Trainer, der bereits die Schweizer Nationalmannschaft führte. Joana Cristina Mihai lief bereits in der vergangenen Saison für die SGK auf, wurde dort zweitbeste Werferin. Mit 38 Jahren sollte man denken, dass sie ihre besten Handball-Jahre hinter sich hat, doch weit gefehlt. Als Europapokal-Siegerin mit dem spanischen Topklub Estella Itxako verfügt Mihai über genug Erfahrung, um das Alter zu kompensieren. Mit Marieke Blase lief bei den Gastgeberinnen außerdem ein Nachwuchstalent auf, das vom Bundesligisten Thüringer HC ausgeliehen ist und bereits Luft in der Nationalmannschaft schnupperte. Und nicht zuletzt war da noch Andrea Redli, die in der Schweiz bereits Erstliga-Erfahrungen sammelte. Nicht umsonst ordnet Linkohr Kirchhof ganz weit oben ein, wenn es um den Aufstieg geht.

"Wir wussten aus Videoanalysen um den überragenden Rückraum des Gegners", sagte der HCS-Coach. Entsprechend passte er seine Deckung auf eine 5-1-Variante an, die Mihai im rechten Rückraum aus dem Spiel nehmen sollte. Ein Fall für Thea Schwarz. In der ersten Hälfte ging die Taktik auf. So blieb es bis zur Pause eng.

Nach dem Seitenwechsel "kam der Gegner mit unserer Deckung besser zurecht". Der Rückraum baute nun einen Druck auf, den die Salzländer Defensive nicht standhielt. Zwar bäumten sich die "Wildgänse" noch einmal auf, doch diese Phase wurde von einer fehlerbehafteten abgelöst, die in einem Acht-Tore-Rückstand (16:24) mündete.

Wenngleich das Ergebnis vielleicht zu hoch ausfiel, "müssen wir anerkennen, dass Kirchhof verdient gewonnen hat. Wir haben einen Gegner bespielt, der über weite Strecken Zweitliga-Niveau aufwies", sagte Linkohr. Hinzu kamen 21 Fehlwürfe - "zu viele, um so einen Gegner zu ärgern".

SG Kirchhof: Zuzankova, Morf - Teichmann, Vaupel, Bänfer, Ferreir Priolli (1), Redli (2), Nolte (1), Kühlborn (3), Mihai (10/3), Wäscher (4/1), Maarse (1), Blase (8), Mai

HC Salzland: Lorf, Klauß - Schwarz (2), Beck (1), Rosiak (3), Retting (1), Jäger (6/1), Farken (1), Knappe, Sachse (2), Göpel (5/3), Schüler

Siebenmeter: Kirchhof 4/5 - Salzland 4/6; Zeitstrafen: Kirchhof 3 - Salzland 4