14 Mann stehen zumeist auf dem Protokoll bei einer Handball-Partie, aber nur sieben können spielen. Dann ist meist des einen Freud des anderen Leid. Beim HV Rot-Weiss Staßfurt ist das nicht anders. Und obwohl Co-Trainer Andreas Stops über Personalprobleme klagte, saßen beim Spiel in der Mitteldeutschen Oberliga gegen den Zwickauer HC Grubenlampe zwei Spieler 60 Minuten auf der Bank.

Von Nadja Reichert

Staßfurt l "Das tut mir natürlich für die Spieler leid", erklärte Stops. "Aber man muss sich als Trainer immer nach dem Spielverlauf richten. Gegen den ZHC deutete sich früh an, dass es eine enge Kiste wird und da wollte ich den Jungs auf der Bank nicht die Verantwortung aufladen."

Stops versuchte, in der ersten Halbzeit durchzuwechseln. Dies hatte auch spielerische Gründe. Alexander Ernst "setzte in der ersten Hälfte die Vorgaben nicht so um, wie wir es besprochen hatten", berichtete der Co-Trainer. Daher brachte er für Ernst Robert Mennecke. "Ich hatte die Wahl zwischen Robert und Martin Dittmar. Als Trainer muss man sich entscheiden."Zu Beginn der zweiten Halbzeit wechselte Stops allerdings wieder zurück zu Ernst. "Sowohl Mennecke als auch Dittmar agieren im linken Rückraum, ebenso wie Ernst. "Wen man wie einsetzt, hängt vom Gegner ab. Zunächst setzen wir auf Erfahrung. Alexander ist länger in unserer ersten Mannschaft, deshalb kommt er auch zuerst. Im Sport ist das nun mal so. Niemand kommt als Leistungsträger, jeder muss sich das erarbeiten. Martin und Robert sind zwar läuferisch schon soweit, aber technisch eben noch nicht."

Technisch stimmt es zwar auch noch nicht zu 100 Prozent beim rumänischen Neuzugang Stefan Victor Secara, dennoch durfte er sich gegen den ZHC beweisen. Und das tat der Rückraumspieler mit Bravour, erzielte sechs Treffer. "Stefan hat sich sehr gut in unsere Mannschaft eingefügt und er wird auch von Spiel zu Spiel besser. Er muss aber noch an seiner Torgefahr arbeiten", erklärte Stops.

Dass Secara Potenzial hat, weiß auch HVS-Präsident Patrick Schliwa. "Stefan wird zukünftig ein sehr wichtiger Spieler für unsere Mannschaft werden. Er muss allerdings noch zu seiner eigenen Sicherheit finden."

Darum kümmern sich Staßfurter. "Er soll Vertrauen zu sich selbst finden und Vertrauen von uns bekommen", sagte Stops. "Wir haben ihn als Verstärkung für den Rückraum Mitte geholt und er zeigt viele gute Anätze. Wir müssen ihm aber noch Zeit geben. Deshalb kommt auch er noch nicht in jedem Spiel zum Einsatz."