Trotz der 23:34 (8:17)-Niederlage beim SV Langenweddingen zeigten die Handballer des SV Germania Borne eine Woche nach ihrem ersten Saisonerfolg in der Sachsen-Anhalt-Liga gegen Haldensleben eine gute Leistung, die für das Jahr 2015 durchaus Hoffnung aufkommen lässt.

Langenweddingen l Wenngleich die Verhältnisse vor der Partie geklärt waren, da der Tabellenführer den Letzten empfing, trat Borne ohne Druck auf und zeigte auch auf der Platte einen erfrischenden Auftritt - und das trotz Umstellungen. Da mit Oliver Schulke der etatmäßige Kreisläufer fehlte, musste Guido Lahne für ihn übernehmen. Dieser fehlte dafür im Aufbau. Doch von Abstimmungsproblemen war zunächst nichts zu sehen. "Die ersten zehn Minuten sind so verlaufen, wie wir es uns vorgestellt hatten", berichtete Torhüter Bastian Krautwald.

So ließ sich Christian Fink von dem frühen Rückschlag, als SVL-Keeper Matthias Krüger seinen Versuch aus neun Metern fing, nicht aus der Bahn werfen, blieb weiter mutig und erzielte beispielsweise den 3:4-Anschluss per Schlagwurf. Nach seiner Schulter-Operation im vergangenen Jahr findet er immer besser zu seinem Wurf. Und auch Sebastian Prosowski überzeugte auf Rückraum rechts mit viel Bewegung und Zug in die Tiefe. Insgesamt erzielte er sieben Treffer.

Er sah sich aber - wie das gesamte Team - robuster Abwehrarbeit gegenüber. Im 5-1-System mit dem agilen Carlo Bzdok auf Deckungsspitze wurde der Gäste-Rückraum vor große Probleme gestellt. Zudem wurden die Pässe an den Kreis vom ehemaligen Germania-Schützen Jörg Friedrich sehr gut abgeschirmt.

Doch auch Borne wusste sich in der 6-0-Abwehr gut zu präsentieren. Aufmerksam verschob das Team zur Ballseite, trat aggressiv auf den Rückraum hinaus, ließ keine einfachen Würfe zu und erzwang bis zum 4:3 für Langenweddingen bereits drei Ballverluste. Über Fink und Prosowski blieb die Germania zunächst in Schlagdistanz, doch dann häuften sich die Fehlwürfe, insgesamt waren es elf in der ersten Hälfte (dazu sieben Ballverluste), sodass der SVL über Konter einfache Treffer erzielte, bis zur Pause einen deutlichen Vorsprung herausarbeitete und die Partie damit vorentschied. "Wir haben nach zehn Minuten den Faden verloren und nicht mehr so geduldig gespielt. Das hat uns schon gewurmt."

In der zweiten Hälfte steckte Borne angesichts des hohen Rückstands nicht auf. Mit Treffern von Steffen Halfpap, der angeschlagen in die Partie ging und unter der Woche nicht trainieren konnte, überstand das Team sogar eine Unterzahl unbeschadet.

"Es sind nur drei Punkte bis zum Nicht-Abstiegsplatz. Es ist noch alles machbar."

Weil die Gastgeber aber viel wechseln konnten, unter anderem mit Christian Stark einen erfahrenen Spieler brachten, der auf links außen "das Treiben im Alleingang verrückt machte" und drei Treffer erzielte, markierten sie zum 27:17 den ersten Zehn-Tore-Vorsprung. Als zum Ende die Kräfte schwanden und die Rückzugsbewegung praktisch nicht mehr stattfand, entwickelte sich ein Konter-Schlagabtausch, den Langenweddingen mit einem Elf-Tore-Vorsprung bei der Schlussirene für sich entschied. Krautwald verhinderte mit sieben Paraden in Hälfte zwei (insgesamt zwölf) eine höhere Pleite.

Trotz der Niederlage geht Borne erhobenen Hauptes in die kurze Pause über Weihnachten. Kann die Germania diese engagierte Leistung auch gegen andere Teams abrufen, hat sie eine gute Chance, in der Tabelle nach oben zu klettern. "Es sind nur drei Punkte zum Nicht-Abstiegsplatz. Es ist noch alles machbar", ist auch Krautwald zuversichtlich. Die erste Gelegenheit gibt es am Sonnabend, 10. Januar 2015, wenn ab 16.30 Uhr der Vorletzte HSG Wolfen 2000 in der Wolmirslebener Sporthalle zu Gast ist. Dann kann der Anfang von ganz viel "Haldensleben" gelegt werden.

Langenweddingen: Krüger, Illig - Bzdok (3), Stark (3), Schult (7), Schneider (5/3), Scheller, Knorr (5/1), Hohmann (1), Friedrich (3), Deutscher (4), Heine (3)

Germania Borne: Krautwald, Brinkmann - Schafflik, Hagemeyer (1), Halfpap (5), Fink (3), Scholz, Süssig (1), Dix (1), Prosowski (7/4), Lahne (5/1)

Siebenmeter: Langenweddingn 5/4 - Borne 5/5; Zeitstrafen: Langenweddingen 1 - Borne 2