Insgesamt 43-mal landete der Ball in dieser Saison durch sie im gegnerischen Netz. Allerdings musste sie auch fast in jedem Spiel mindestens einmal für zwei Minuten zuschauen. Thea Schwarz vom HC Salzland 06 hält allerdings nichts von übertriebener Vorsicht. In der 3. Handball-Liga wird erwartet, dass man auf dem Feld auch mal etwas härter zupackt und viel Einsatz zeigt. Und diesen präsentierte die Hallenserin von Beginn an.

Staßfurt l Als eine der ersten erhielt Schwarz ein Stipendium, um auf die Sportschule in Halle gehen zu können. Als Mädchen begann Schwarz in der C-Jugend ihres Heimatvereins TSG Calbe. Sie wollte sich aber sportlich weiterentwickeln. "Deshalb habe ich an einem Sichtungsturnier in Glinde für die Landesauswahl teilgenommen und bewarb mich auch an der Sportschule Magdeburg." Dort wurde sie allerdings nicht angenommen. Das Sichtungsturnier brachte ihr dagegen mehr Glück und trug letztlich dazu bei, dass sie ihr Stipendium erhielt. "Das war damals eine einmalige Sache und wurde zum ersten Mal an zwei Personen vergeben", erinnert sich die 22-Jährige.

In Halle fand Schwarz schließlich ihr Glück. Inzwischen arbeitet die gelernte Industriekauffrau in der Halloren Schokoladenfabrik im Vertrieb. Auch sportlich lief es gut. Mit Union Halle-Neustadt gelang es ihr, bis in der 2. Liga aufzusteigen. Allerdings bekam die gelernte Kreisläuferin nicht immer die Einsatzzeiten, die sie gern gehabt hätte. Dies gab den Ausschlag, sich nach einem anderen Verein umzusehen.

Zu diesem Zeitpunkt spielte der HC Salzland 06 noch in der Mitteldeutschen Oberliga. "Aber der Verein stand damals schon sehr gut da und hat mein Interesse geweckt." Also stellte sich Schwarz dem damaligen Coach Nils Lässing vor, absolvierte ein Probetraining und wurde in die Mannschaft aufgenommen. "Es war mir egal, ob ich ein oder zwei Ligen tiefer agiere", erklärt Schwarz. Zusammen mit dem HCS stieg sie in die 3. Liga auf.

Dort machte sie sich einen Namen. "Die meisten Gegner spielen nicht gern gegen mich, weil ich gerade in der Deckung sehr hart zupacke. Das finde ich eigentlich nicht fair, denn es gehört meiner Meinung nach im Handball dazu, in den hohen Ligen auch mal härter zuzupacken." Ihr Auftreten brachte ihr einige Zeitstrafen und Karten ein, die Trainer störte es allerdings nicht. Zumal sich Schwarz auch als eine überaus torgefährliche Spielerin erwies.

Als Kreisläuferin konnte sie ihre Wurfgewalt allerdings nicht vollständig ausschöpfen. Als René Linkohr den Verein zur Saison 2014/15 übernahm, stellte er Schwarz auf Rückraum Mitte. 43 Tore in bisher 16 Spielen sprechen für sich. "Das neue System und die neue Position liegen mir gut", sagt Schwarz. "Ich habe jetzt mehr Kontrolle über das Geschehen und kann meine Mitspielerinnen besser führen."

Als Team aufzutreten, spielt für Schwarz aber nicht nur auf der Platte eine große Rolle. "Gerade, wenn eine Partie mal knapp verläuft, hilft es uns sehr, wenn wir im Nachhinein noch mal alles auswerten können. Danach kann man ein Spiel auch viel besser abhaken." Es entspannt sie. Aber nicht nur die Gespräche hinterher tun der 22-Jährigen gut. "Ich gehe auch gern mal in die Sauna", verriet Schwarz lächelnd. Zudem erzählte sie auch von einem kleinen Ritual, das sie vor jedem Spiel durchführt. "Ich putze mir vor jedem Spiel die Zähne. Keine Ahnung, warum ich das mache. Ich habe einfach das Gefühl, dass es mir Glück bringt." Und das hat es in der Tat gebracht, denn der HCS belegt derzeit einen starken fünften Rang.