Die Handballer des SV Eintracht Gommern sind am Sonnabend den wohl entscheidenden Schritt hin zum Klassenerhalt gegangen. Das Schlusslicht der Sachsen-Anhalt-Liga, der SV Germania Borne, muss nach der 27:44 (12:20)-Niederlage beim Aufsteiger den Ligaverbleib hingegen abhaken.

Gommern l Wer außer dem Kapitän sollte schließlich die Schleife um das Geschenk wickeln? Und deshalb sei Robert Kaese auch einmal nachgesehen, dass sich man sich an einer eingesprungenen Pirouette im Gegenstoß bei deutlichem Vorsprung kurz vor Ultimo auch stören kann. Dem Griff in die Trickkiste haftete in der Endphase des Heimspiels gegen den SV Germania Borne allerdings nichts von Demontage, Vorführung und Überheblichkeit an, sondern war vielmehr als Glückwunschgeste zu sehen. Zu seinem 45. Geburtstag erhielt Eintracht-Trainer Dirk Heinrichs nämlich neben Heimsieg, Hochprozentigem Hoch-soll-er-leben auch ein wenig Artistik.

Dass am Ende der nötige Spielraum dazu vorhanden war, lag am sehr einseitigen Duell. Auch Bornes Kapitän Ronny Schafflik verhehlte nicht, dass sich sein Team die Reise an die Ehle vorab etwas anders vorgestellt hatte: "So hoch zu unterliegen, ist natürlich nicht schön. Aber es passiert, wenn wir die Vorgaben des Trainers nicht umsetzen."

SVG-Coach Jürgen Wartmann hatte seiner Sieben eigentlich Stabilität verordnet. Doch zu dieser fanden die Gäste beim 0:4-Fehlstart (5.) weder in der Defensive noch im Angriff. Erst als Borne auf eine 5-1-Deckung umstellte, stockte der Angriffsmotor beim SV Eintracht, der dennoch verhältnismäßig wenige Anstrengungen unternehmen musste. Immer wieder sorgten Ballgewinne in der 6-0-Defensive für leichte Tore im Gegenstoß, ehe sich die Germania vom 4:10 (15.) auf 8:10 (20.) heranarbeitete. "Es fiel uns schwer, die Konzentration immer aufrecht zu halten. Das ein oder andere Gegentor hätte nicht sein müssen", bemängelte Heinrichs.

In der Folge fanden die Gastgeber jedoch wieder zur Form, allen voran Sven Herrmann, der am Ende mit zwölf Treffern bester Werfer wurde, profitierte von einer Vielzahl von Kreisanspielen. So stockte die Eintracht das Polster zur Pause wieder auf acht Treffer auf, hatte sich aber auch noch reichlich Luft nach oben aufgespart.

Mit Wiederbeginn machten die Hausherren aber ernst. Das Betriebstempo kannte nun nur noch die Vollgas-Stufe und Gommern verwickelte seinen Gegner in einen "Shootout", den der SVG nicht gewinnen konnte. Während die Eintracht von ihrer breiten Bank profitierte, musste Borne bis in die zweite Hälfte hinein auf Christian Fink (Daumenverletzung an der Wurfhand) verzichten. Als Steffen Halfpap, der bereits mit Wadenproblemen angeschlagen ins Spiel gegangen war, bereits nach wenigen Angriffen das Handtuch werfen musste, waren de facto die schärfsten Waffen auf beiden Halbpositionen ausgeschaltet. "Ob es mit den beiden besser für uns gelaufen wäre, ist Spekulation. Fakt ist, dass wir das Stoßen im Angriff fast völlig vernachlässigt haben und viel zu oft in den Breite gegangen sind", bemängelte Schafflik. Über die Stationen 30:18 (41.) und 36:21 (50.) zeichnete sich der turmhohe Heimsieg ab.

Während Borne laut Kapitän den Klassenerhalt nahezu abgehakt hat ("Wir glauben kaum noch daran."), mutet der Ligaverbleib für die Eintracht bei nunmehr 21:21-Punkten nach reiner Formsache an. Heinrichs mochte dies noch nicht unterschreiben, sagte aber: "Es war ein wichtiger Pflichtsieg, aber wir haben ihn nicht geschenkt bekommen." Präsente an das Geburtstagskind gab es schließlich vom eigenen Team zu Genüge.

Gommern: Salm, Hartung - Eckhardt (7), D. Einwiller (1), Schröder, Schäde (6), Böttcher (1), Kaffenberger (4), Herrmann (12), Kaese (4), Schmidt (4), Bomke (5), Lindner (1)

Borne: Krautwald, Brinkmann - Scholz (4), Prosowski (8), Fink (7), Dix (3), Halfpap, Schafflik, Lahne (1), Hagemeier (2), Heyer (1), Wegener (1)

Siebenmeter: SVE 1/1 - SVG 6/4; Zeitstrafen: SVE 4 - SVG 4; Rot: Ronny Schafflik (55., 3x2 Minuten) -Borne