Mit 2000 Anmeldungen war der 8. Tangermünder Elbdeichmarathon, größter Volkslauf der Altmark, am Sonntag restlos ausgebucht. Vorsorglich hatten sich die zwölf teilnehmenden Bode-Runners der Gaensefurther Sportbewegung zeitig angemeldet, galt es doch, im letzten "Test" vor dem Prag-Marathon noch einmal den derzeitigen Trainingsstand abzurufen.

Tangermünde (sbö/bjr) l Während sich alle Bode-Runners zum Startfoto aufreihten, fehlte einer bereits. Die Marathonläufer waren schon gestartet und Janko Schlenker verfolgte als einziger Gaensefurther das Ziel, über 42,195 Kilometer zu finishen. Üblicherweise als Triathlet unterwegs, sollte es der erste Marathon seines Lebens werden. Die Zielsetzung war klar: ankommen, mehr nicht.

Dabei waren die Umstände für so eine Premierenerfahrung alles andere als einfach. Bereits nach dem Start war man gut beraten, sich einer größeren Gruppe anzuschließen, denn der böige Wind drückte gnadenlos. Im geschützten Bölsdorf kam der zweite Verpflegungspunkt zum Kräfte sammeln genau richtig. Nach gut sieben Kilometern bog die Strecke ab in Richtung Buch - endlich Rückenwind.

Die nächsten vier Kilometer waren aber trotzdem kein Kinderspiel, denn nun brannte die Sonne. Wer sich nicht auf die Strecke konzentrierte, verlor schnell die Orientierung. Durch zu laufende Schleifen und einer Wende bei Kilometer 14 begegneten sich die Läufer mehrmals. Sechs Kilometer vor dem Ziel ging es wieder schnurstracks geradeaus, die Elbe rechter Hand als ständiger Begleiter. Inzwischen wurden die Böen als angenehm gewertet, außer auf den letzten Kilometern, auf denen der Wind noch einmal mächtig an den Kräften zehrte.

Die Zehn-Kilometer-Läufer waren schon wieder im Ziel, als auch alle Halbmarathonstarter eintrafen. Im riesigen Läuferfeld kassierte Katrin Krebs ganz locker den zweiten Platz in der Altersklasse W 35 über die Halbmarathondistanz. Auch wenn sie wertungsmäßig in Tangermünde nicht auf der Hauptstrecke der Frauen unterwegs war, sammelte sie damit wichtige Wertungspunkte im Novo-Nordisk-Landescup.

Geschafft vom schnellen Tempo und dem Kampf mit den Elementen, registrierte man auch Schlenker, der den Zielbereich passierte. "Alles Gute", wünschten die Sportfreunde für die zweite Runde und: "Du schaffst das". Keiner hätte in diesem Moment wohl tauschen wollen.

Die Ergebnisse des Testlaufs bescheinigte indes allen ein beruhigendes Gefühl. Dirk Meier blieb respektvoll unter 1:30 Stunden, Jens-Uwe Börner und Jörg Schäper grienten über beide Ohren und auch Sylvia Köhn und Lutz Klauß klatschten zufrieden ab. Sabine Börner blieb knapp über ihrer Zielzeit. "Hier muss ich in den letzten drei Trainingswochen noch härter arbeiten", sagte sie. Ganz relaxt trudelte dann Petra Becker ein: "Ach, war das ein schöner Lauf." Inzwischen konnten alle wieder lachen und Recht hatte Becker: Ein Gang runtergeschaltet und es hätte wirklich Spaß gemacht.

Alle warteten und dann kam Schlenker. Fix und fertig, aber stolz wie Oskar, finishte er nach schweren 4:18 Stunden. Erst im Nachgang registrierte die Gruppe, dass er der erste Marathoni in der Altersklasse M 30 war. Erster Marathon, erster Platz, was für ein Tag.

 

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