Werratal (chj) l Würde ein Handball-Spiel nur 30 Minuten dauern, hätte der HV Rot-Weiss Staßfurt die Punkte bei der HSG Werratal mitgenommen. Da es aber zwei Halbzeiten gibt, und die Gäste gänzlich von ihrem bis dato erfolgreichem Weg abkamen, unterlagen die Schützlinge von Uwe Mäuer und Andreas Stops mit 38:41 (23:20) und zählen damit weiter zu den auswärtsschwächsten Teams der Mitteldeutschen Oberliga.

Bereits im ersten Durchgang hätten die Rot-Weissen die Weichen auf Sieg stellen können. "Trotz des dünnen Kaders haben wir das Tempo hochgehalten", sagte Stops zu den ersten 30 Minuten. "In der ersten Halbzeit haben wir im Prinzip alles richtig gemacht, vor allem vorn." Auch die Defensive agierte größtenteils stabil. "Aber der Rückhalt von den Torhütern fehlte." Sechs gehaltene Bälle waren einfach zu wenig.

Dem gegenüber stand die starke Offensive. Lediglich fünf Fehlwürfe, von denen zwei wieder zu den Staßfurtern zurückkamen, stimmten positiv. Hinzu kamen lediglich drei Regel-Technik-Fehler. "Hätten wir das so fortgesetzt, wäre ich sehr zufrieden gewesen", sagte Stops. Bei einer Torwartleistung auf normalem Niveau hätte der Pausenvorsprung höher sein können.

In der Pause waren sich alle Staßfurter einig, dass sie an die ersten 30 Minuten anknüpfen wollten. Dies gelang jedoch nur kurz. "Dann haben wir den Faden verloren." Die bis dato niedrige Fehlerquote wuchs stark an, so fanden nun 18 Würfe nicht den Weg ins Ziel. "Einsatzbereitschaft und Konzentration waren weg", monierte der Co-Trainer. Auch die Keeper bauten ab, hielten nur noch drei Bälle und einen Siebenmeter. "Es waren zwar noch weniger Paraden, aber ich muss die Torhüter in Schutz nehmen. Denn Werratal konterte uns häufig aus."

Auch die Unpartteiischen wichen von ihrer bis dahin souveränen Linie ab. Stops wollte ihnen jedoch nicht die Schuld in die Schuhe schieben. Er sprach von einer ungeklärten "Kausalität". Wer wen mit der schwachen Leistung ansteckte, war unklar. So kassierte der HVS beispielsweise vier Zeitstrafen - allesamt im zweiten Durchgang. "Ich werde mir das Video ansehen, um eine Erklärung zu finden."

Am Ende musste Stops eingestehen, "dass das Ergebnis aufgrund unserer eigenen Fehler so in Ordnung ging. Wir haben zwei Gesichter gezeigt." Verständlicherweise überwiegt der Ärger. "Wir mussten gewinnen. Werratal ist ein Absteiger. Wo wollen wir sonst auswärts punkten?"

Zwar waren zwei Zähler eingeplant, die Schwere war den Staßfurtern jedoch auch bewusst. "Der Gegner wollte sich den Zuschauern gut präsentieren, was das Team gepusht hat." Anders als der HVS hatte Werratal nichts zu verlieren. "Wir brauchen noch zwei Punkte. Das muss jeder in seinen Kopf bekommen. Wann und wo wir diese holen, ist mir eigentlich egal. Am besten wäre aber natürlich, wenn dies so schnell wie möglich passiert."

HV Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Dittmar, Fuhrmann (3), Ortmann, Retting (1), Engelhardt, Hähnel (5), Scholz (11/5), Rindert (12), Secara (6)

Siebenmeter: Werratal 3/2 - Staßfurt 5/5; Zeitstrafen: Werratal 2 - Staßfurt 4; Rot: Sebastian Retting (Foulspiel, 59.), Nils Hähnel (3x2 Minuten, 58.) -beide Staßfurt-