Gestern war der Tag der Arbeit. Dies galt insbesondere für die Fußballer des SV 09 Staßfurt. Denn nach einem kraftraubenden 3:2 (2:0)-Sieg über den TV Askania Bernburg II feierte das Team den Einzug ins Endspiel des Salzlandpokals und sorgte damit für einen ganz persönlichen Feiertag.

Staßfurt l Als Tabellenführer der Landesliga Süd reisten die Askanen in der Favoritenrolle an. Und was hilft einem Außenseiter? Ein früher Treffer. Als hätten die Landesklasse-Vertreter genau das beherzigen wollen, gingen sie bereits in der zweiten Minute in Führung. Chris Matthias Horstmann trat einen Freistoß aus dem Halbfeld und fand mit "Kopfballungeheuer" Sven Limpächer einen Abnehmer.

Der Führungstreffer war praktisch die erste Aktion der Partie, was beim TVA II Spuren hinterließ. Während die Staßfurter mit dem Heft in der Hand ihren Stiefel herunter spielten, hielten sich die Gäste mit Nebenkriegsschauplätzen auf. Benjamin Kollmann rief beispielsweise KFV-Präsident Markus Scheibel zu: "Und so einen schickt ihr hier her?" Er meinte den Unparteiischen, Maximilian Scheibel. Vermutlich unwissend, dass es sich dabei um Vater und Sohn handelt.

Ruhe brachte das nicht, aber dem SV 09 war das egal. Er spulte sein Pensum ab, zeigte phasenweise ein schnelles Kurzpassspiel und wies die Gäste in die Schranken. "Spielerisch haben wir insbesondere in den ersten 25 Minuten sehr gut agiert", lobte Co-Trainer Axel Quednow. Folgerichtig ging der SV 09 zum 2:0 in Führung. Kevin Hartmann erzielte ein "Billard-Tor". Nicht nur für Quednow war die Führung "hochverdient". Kurz vor der Pause rettete die Latte nach einem Freistoß für Staßfurt und David Siegel vergab den folgenden Konter allein vorm gegnerischen Keeper.

Nach dem Wechsel dauerte es keine zwei Minuten, bis der TVA II zum 1:2 verkürzte. "Das war unglücklich", sagte Quednow, "das wollten wir eigentlich vermeiden". Die Gäste nahmen Fahrt auf und waren nun besser. Da kam den Staßfurtern das 3:1 des eingewechselten Andy Klemmer gerade recht. Denn nur fünf Minuten später trafen die Askanen schon wieder, die in der Folge alles nach vorn warfen und dem SV 09 Räume anboten. "Wir haben es versäumt, unsere Konter besser auszuspielen", haderte Quednow.

Doch am Ende sollte sich die mangelnde Chancenverwertung nicht rächen, es blieb beim 3:2. "Wir sind alle überglücklich, dass wir es geschafft haben", freute sich der Co-Trainer. "Das Finale wird ein Highlight für uns."

Viel Zeit zum Feiern und Ausruhen bleibt dem SV 09 allerdings nicht. Bereits morgen empfängt er nämlich Drohndorf-Mehringen (Anpfiff 14 Uhr) und muss den Fokus sofort wieder auf die Landesklasse lenken. "Hoffentlich nehmen wir den Schwung mit", so Quednow.

SV 09 Staßfurt: Beier - Hosenthien, Hartmann, B. Jesse (85. Unger), Siegel (66. Abresche), F. Jesse, Lieder, Stachowski, Horstmann, Limpächer (46. Klemmer), Härtge

Tore: 1:0 Sven Limpächer (2.), 2:0 Kevin Hartmann (11.), 2:1 Max Koß (47.), 3:1 Andy Klemmer (74.), 3:2 Max Koß (79.); SR: M. Scheibel (Calbe); ZS: 176; Gelb-Rot: Thomas Baumgarten (75.) -Askania II-