In der Endrunde des Harz-Börde-Pokals sorgten die Bezirksliga-Handballerinnen des HC Salzland 06 III am Sonntag in der Merkewitz-Halle in Staßfurt für eine Sensation. Das Team von Trainer Stefan Rähm setzte sich zunächst im Halbfinale gegen den Ligakonkurrenten TSV Wefensleben mit 21:19 (9:10) durch und bezwang im Endspiel den SV Anhalt Bernburg (Bezirksliga) mit 18:13 (13:7).

Staßfurt (sro/sam). Als Gastgeber hatte sich der HCS 06 III vorgenommen, eine entsprechende Leistung zu zeigen und wenn möglich, die Favoriten zu ärgern. Die Mannschaft wurde durch einige Spielerinnen aus der B-Jugend unterstützt.

Nach der Auslosung hieß der erste Gegner TSV Wefensleben. Beide Teams begannen sehr nervös und so verlief die Anfangsphase ausgeglichen. Salzland führte mit 4:2, Wefensleben glich zum 4:4 aus. Dann führten wieder die Gäste mit 8:6 und retteten eine Ein-Tore-Führung zum 10:9 in die Halbzeit. Diesen minimalen Rückstand wertete der Gastgeber als kleines Achtungszeichen.

In der zweiten Hälfte wollte er weiterhin den Favoriten ärgern und vielleicht eine kleine Sensation erreichen. Aber den besseren Start erwischten die Gäste. Schnell gerieten die Salzländerinnen mit 10:14 in Rückstand. Beim HCS 06 III erfolgte kein Bruch, denn es wurde gekämpft, so dass ein Ruck durch die gesamte Mannschaft ging. Eine kleine Umstellung in der Deckung brachte dann zusätzliche positive Impulse auf allen Positionen. Durch das schnelle Spiel nach vorn, der Gastgeber glich zum 15:15 aus, verlief die Partie wieder offener. Es lag eine Sensation in der Luft. Und die Mannschaft zeigte Stärke und den Willen zum Sieg. Kurz vor dem Abpfiff stand es 18:18. Die Salzländerinnen übernahmen nun die Regie und entschieden das Halbfinale zu ihren Gunsten. Die erste Sensation war somit gelungen.

Gemeinsam wurde dieser Erfolg gefeiert und irgendwie wollte es noch keiner recht glauben, denn der HCS 06 III hatte das Finale erreicht. Der Endspielgegner wurde zwischen dem SV Anhalt Bernburg und dem HV Ilsenburg (bezirksliga) ermittelt. Die Bernburgerinnen setzten sich in diesem klar mit 19:10 durch.

Im kleinen Finale behielt der HV Ilsenburg gegen den TSV Wefensleben knapp mit 19:18 die Oberhand. Für das anschließende Endspiel mangelte es den Salzländerinnen nicht an Motivation, denn nun wollte das Team eine weitere kleine Sensation schaffen. Wichtig war dennoch, den Spaß am spielen nicht zu verlieren, aber auch eine gute Leistung abzurufen.

Die Salzländerinnen gingen zwar mit 1:0 in Führung, aber im weiteren Verlauf konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. Immer wieder schlichen sich auf beiden Seiten kleine Fehler ein und es wurden klare Möglichkeiten ausgelassen. Nach dem 5:5 legten die Salzländerinnen einen Zwischenspurt zum 11:6 ein. Diese Führung bauten sie bis zur Pause auf sechs Tore zum 13:7 weiter aus.

"Es war irgendwie kaum zu glauben. Die Mannschaft führte und stand kurz vor einem grandiosen Erfolg", war Betreuerin Sylvia Rosentreter von der Leistung sehr angetan. Doch noch waren 20 Minuten zu spielen. Die zweite Hälfte gestaltete sich immer wieder spannend. Die Gäste versuchten, den Rückstand zu verkürzen, aber das ließen die Salzländerinnen nicht zu. Sie hielten die Saalestädterinnen beim 14:10 und 17:11 auf Distanz. So stand es nach dem Abpfiff 18:13. "Es war kaum zu glauben. Alle lagen sich in den Armen und feierten", freute sich Rosentreter.

Die jungen Salzländerinnen hatten die Sensation durch eine geschlossene Mannschaftsleistung perfekt gemacht. Außerdem ging der Titel der besten Torhüterin ebenfalls an den HCS Salzland 06 III, diesen sicherte sich Franziska Arnold.

HCS 06 III: F. Arnold/Landgraf - Zapf (5), Schrader (8), Tomm, Kotzerke, Kurzke(1), Renneberg, Appelt (2), J. Arnold (9), Schreinert, Brunne (8), Kriebel (6)