Bad Blankenburg/Staßfurt l Die Sehnsucht des HSV Bad Blankenburg muss groß sein, denn sie ist allgegenwärtig. Wer sich Informationen über den Mitteldeutschen Handball-Oberligisten einholt, landet früher oder später auf dessen Internetseite. Er findet dort im Titel den Zusatz „3. Liga – Deutscher Handball Bund“. Er findet einen kurzen Videofilm, natürlich mit dem Logo der 3. Liga versehen. Und wer es immer noch nicht verstanden hat, findet auch den Querverweis zum Live- ticker der 3. Liga. Nach einem mittelschweren Betriebsunfall im Frühjahr 2016 liegt nun aber nach drei Spielzeiten das sportliche Zuhause der Thüringer wieder in der Mitteldeutschen Oberliga. Dort empfängt der mit 26:0-Punkten thronende Tabellenführer am Sonntag um 16.30 Uhr den HV Rot-Weiss Staßfurt (7.).

Dessen Kapitän Sebastian Retting fieberte gestern wie so viele im WM-Auftaktmatch mit der Deutschen Nationalmannschaft mit. Weniger die phasenweise holprige DHB-Vorstellung beim 27:23-Sieg über Ungarn, als vielmehr die technische Qualität des ausschließlich via „YouTube“ empfangbaren Handball-Höhepunkts bezeichnete Retting als „Elend“. Keine Frage: Ein Selbiges wollen sich er und Mitspieler am Sonntag ersparen, wenn es in Bad Blankenburg selbst auf die Platte geht.

Vor allem wird es darum gehen, nicht in Ehrfurcht vor dem Titelanwärter zu erstarren, wie der Spielführer verdeutlicht: „Das ist ein blöder Spruch, aber er stimmt: Bad Blankenburg kocht auch nur mit Wasser. Wir wollen einfach mitspielen und sehen, was für uns möglich ist. Auch der Gegner muss erst mal in die Rückrunde finden und wir haben schließlich gut trainiert.“

Allerdings gingen die Einheiten nicht spurlos am Team vorbei. Am Dienstag verletzte sich Keeper Sebastian Schliwa. Ein Bruch von zwei Fingern ist zu befürchten. Neben Bilal Shagluf und Co-Trainer Andreas Stops wird demnach auch Chris Sieland aus der Reserve seine Chance bekommen.

Ohnehin greifen die Rädchen in Staßfurt immer besser, wie auch Retting erkennt: „Man wird manchmal für so eine Aussage belächelt, aber sie stimmt. Es dauert ein halbes Jahr, bis ein Team richtig zusammenwächst. Die Ergebnisse haben zuletzt gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“