Der Stendaler Michael Kartenberg hat am Sonntag den Finallauf bei den Amateuren gewonnen. Sportredakteur Thomas Wartmann unterhielt sich mit ihm kurz nach der Siegerehrung.

Volksstimme:Herzlichen Glückwunsch! Sie sind in der Motocross-Szene ja bekannt. Zuletzt hat man von Ihnen hier weniger gehört. Warum?

Michael Kartenberg:Das liegt daran, dass ich internationale Serien wie den ADAC-Cup fahre. Die Rennen sind nicht hier in der Region.

Volksstimme: War das heute ein Spaß für Sie, oder hat der Start hier einen ernsthaften Hintergrund?

Michael Kartenberg: Der Spaß stand bei dem Start hier deutlich im Vordergrund. Ich habe am Sonnabend das erste Mal eine Runde beim Supermoto gedreht.

Volksstimme: Dafür lief es aber ganz gut.

Michael Kartenberg: Ja, ich hätte sicher auch in einer höheren Klasse starten können. Das mache ich dann beim nächsten Mal im Oktober in Stendal. Meine Maschine war nicht die schnellste, ich habe auf der Crossstrecke meine Zeit rausgeholt.

Volksstimme: Wo haben sie denn so schnell ein Motorrad herbekommen?

Michael Kartenberg: Die Maschine kommt aus Billberge. Fred Muths hat sie besorgt. Sie hat schon einige Stunden auf dem Buckel, war schon in Indonesien, aber läuft. Es ist eine 370er Husaberg-Enduro. Wir haben vor dem Rennen nur die Reifen und die Bremsscheibe getauscht, das war\'s.

Volkssstimme: Wie gefällt Ihnen das Supermoto generell?

Michael Kartenberg: Motocross ist für mich als Fahrer schöner und anspruchsvoller. Von der Kondition her hätte ich hier noch eine Weile fahren können. Aber das Drumherum hier ist prima, vor allem für die Zuschauer.

Volksstimme: Für welches Team starten Sie eigentlich?

Michael Kartenberg: Ich bin Privatfahrer und gehöre keinem Team an. Wenn man es so sehen möchte, dann fahre ich für das Team meines Hauptsponsors, das Ford-Autohaus Krekow.

Volksstimme: Man kennt Sie schon als kleinen Knirps auf dem Motorrad. Was wollen Sie als Fahrer erreichen?

Michael Kartenberg: Mein Ziel ist es, Profi zu werden. Das ist aber nicht so einfach. Ich fahre, seitdem ich drei Jahre alt bin. Supermoto ist sicher auch eine Möglichkeit, mein Ziel zu erreichen.

Volksstimme: Wie sieht Ihr Alltag zwischen den Rennwochenenden so aus?

Michael Kartenberg: Ich fahre zirka 25 Rennen. Unter der Woche studiere ich in Stendal Betriebswirtschaft. Ich trainiere fast täglich. Entweder auf der Maschine oder Kraft im Fitnesscenter. Bei den Crossrennen wird einem einiges abverlangt.

Volksstimme: Welche Ziele haben Sie für das Jahr 2011?

Michael Kartenberg: Ich fahre den Deutschen Motocross-Pokal Nord und Süd und möchte als erster Fahrer beide Pokale holen. Im Oktober werde ich in einer C-Klasse hier in Stendal noch mal beim Supermoto antreten.