Der OSC geht in die neue Spielzeit mit dem neuen Trainer Mirko Sauerbach und vielen Spielern, die er vom SV Irxleben mitbringt (Volksstimme berichtete). Sportredakteurin Stefanie Brandt befragte dazu Abteilungsleiter Dietrich Lehmann.

Herr Lehmann, warum jetzt dieser Umbruch?

Hauptgrund war, dass wir in der Vergangenheit nur wenige Spieler für die erste und die zweite Mannschaft hatten. Es herrschte permanent Personalmangel. Wir wussten, dass mit man die Situation mit André Linzert nicht so schnell ändern könnte. Als er dann meinte, dass wir die Zweite deshalb auflösen müssen, wurde der Vorstand hellhörig. Der Unterbau hätte gefehlt. Wir haben also Spieler angesprochen, die uns dann sagten, ihr Trainer wäre auch bereit zum Gespräch. So konnten wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Was wichtig ist, es sind Spieler mit Niveau, die schon nachgewiesen haben, was sie können. Es ging nur mit dem Trainer, also blieb uns nichts anderes übrig. Es hatte nichts mit André Linzerts Arbeit zu tun.

Hätte man eher mit Linzert reden müssen?

Das stimmt sicher aus seiner Sicht. Es ist aber nicht so, dass wir schon Weihnachten angefangen haben. Anfang Mai kam der Vorschlag mit der Auflösung der Zweiten. Da gingen die Lichter bei uns an. Dann ging es schnell. Er selbst hatte uns die Spieler genannt, die dann später vorschlugen, ihren Trainer anzusprechen. Wir haben versucht, es ihm vorsichtig beizubringen, aber er war mit soviel Herzblut dabei, dass es ihn natürlich getroffen hat. Aber es war eine Notwendigkeit, um den OSC zu erhalten. Ich habe ihm immer den Rücken gestärkt, aber was nützt es, wenn der Kader zahlenmäßig und qualitativ nicht reicht?

Und wieso gab es keine offizielle Verabschiedung beim letzten Heimspiel?

Ich wollte es offiziell machen, aber da war die Situation leider schon so, dass er vorher sagte, dass er das nicht mehr will. Ich habe es dann am nächsten Tag nachgeholt. Es war mir wichtig, dass er und auch Doreen zumindest von mir die Dankbarkeit sehen.

Wenn man ehrlich ist, weiß man, dass heutzutage kaum ein guter Spieler zu haben ist, ohne dass Geld fließt. In der Vergangenheit war es ja deshalb auch schwierig für den OSC, Spieler zu holen. Warum geht das jetzt auf einmal?

Natürlich denken alle, jetzt ist plötzlich Geld da, weil viele Irxleber kommen. Ich muss sagen, dass das nicht stimmt. Wir haben keinen höheren Etat geplant. Mit der Verpflichtung des neuen Trainers haben wir Spieler herangeholt, die eben nicht nur Dollarzeichen in den Augen haben, sondern die unbedingt in die Verbandsliga und als Team zusammen bleiben wollten. Sie haben gemerkt, dass beim OSC alle, über Vorstand, Abteilungsleitung, selbst die Gaststätte, an einem Strang ziehen wollen. Eine Struktur ist aufgebaut worden, die sie gut finden. Aus vielen Gesprächen mit Mirko Sauerbauch ist dann ein Plan entwickelt worden. Ich mache das schon viele Jahre. Wir führen im Frühjahr 20 Gespräche und dann kommen ein, zwei Spieler. Oschersleben ist nun mal keine Weltstadt, hier verirrt sich keiner her. Für uns ist das ein absoluter Glücksgriff.