Wulferstedt l Germania Wulferstedt nutzte im erwartet schweren Spiel die Umstände während der 90 Minuten für sich und hat im zerzausten Federkleid diesen 4:2-Sieg mehr denn je erzwingen müssen. Das Derby war jung wie immer, denn Schlanstedt mobilisierte wieder alle Kräfte. Mit allen bekannten Spielern trat man dem Ortnachbarn aus der Börde mit vollem Einsatz entgegen. Dass hier der Tabellenletzte gegen eine Spitzenmannschaft spielt, war keinem der 247 Zuschauer ersichtlich.

Gleich nach Anpfiff überschlugen sich die Ereignisse: Es fielen zwei frühe Tore, und beide waren geschenkt. Den Handstrafstoß, der zum Wulferstedter 1:0 durch Sebastian Stadler führte (2.), muss man nicht zwingend geben. In der Vorbereitung des Ausgleichs übersah der Linienrichter eine Ein-Meter-Abseitsstellung von Stefan Krull auf dem Flügel. Nichtsdestotrotz nutzte Sebastian Stosch in der Folge der Ereignisse die Verwirrung und traf aus dem Hinterhalt zum 1:1 (7.).

Fast fiel gleich wieder die Gäste-Führung, doch ein Brunke-Kopfball wurde auf der Linie geklärt (8.). Schlanstedt schöpfte aus dem Ausgleich Mut und ließ Germania wie in alten Zeiten nur schwer ins Spiel finden. Als Beisch sich nach dem Motto "Wenn er raus kommt, muss er ihn haben" verschätzte, vergab Florian Trabandt diesen Hundertprozenter, traf das leere Tor aus zehn Metern nicht (13.). Dann musste Brunke für seinen bereits ausgespielten Torhüter auf der Linie klären (21.). Das zunehmend vorsichtige Verhalten der Wulferstedter wurde jäh bestraft. Einem Ballgeschiebe in der Abwehrreihe folgte ein verunglückter Rückpass von Marcus Behrens auf Beisch. Stefan Krull schaltete sich ein und hatte keine Mühe, zum 2:1 zu treffen (30.).

Auch Robert Dreyer vergab einen "Riesen auf dem Fuß". Er erlief sich einen Pass in die Gasse, stand plötzlich frei vor Stosch, schoss ihm aber genau in die Arme (36.). Erst ein Kunststück von René Jahn stimmte das Gäste-Gemüt wieder etwas entspannter: Freistoß von halb rechts, flach mit Effet um die Mauer gezogen, Innenpfosten - drin (38.). Noch vor der Pause verletzte sich Olympias Florian Trabandt im Zusammenprall mit Philipp Beisch schwer. Er lief zur zweiten Halbzeit nicht mehr auf.

Nach Wiederanpfiff neutralisierten sich beide Teams bis zur 58. Minute. Das Spiel stockte deutlich. Der erste Platzverweis löste diese Pattsituation. Stefan Hlady grätschte unsauber in Stadler hinein, sah Gelb und diskutierte weiter. Schiri Kawitzke zog die Ampelkarte. Das gleiche Schicksal ereilte Christopher Stickel. Der vorbelastete Verteidiger foulte den schnellen Stadler im Strafraum und musste vom Platz.

Stadler blieb auch diesmal vom Punkt aus sicherer Sieger gegen Stosch (3:2, 66.). Schlanstedt fehlten jetzt zwei Abwehrspieler, Wulferstedt fand unzählige Lücken. Doch anstatt die vielen Angriffe in Überzahl besser auszuspielen, machte es Germania spannend.

Es folgte ein Abseitspfiff nach dem nächsten, teils auch unberechtigter Weise, weil der anfangs erwähnte Linienrichter hanebüchene Entscheidungen fällte. Erst Manuel Zabel lief dann frei durch, war definitiv nicht im Abseits und setzte diesem kuriosen Derby den Deckel drauf (4:2, 90.+1).

Wulferstedt: Beisch - Behrens, Brunke, Charwat, Dilge (81. Buchholz), Schrader (34. Zabel), Dreyer, Klosa, Stadler, Jahn, Wolter (67. Jekal).

Torfolge: 0:1 Stadler (HE, 2.), 1:1 S. Stosch (7.), 2:1 Krull (30.), 2:2 Jahn (38.), 2:3 Stadler (FE, 66.), 2:4 Zabel (90.+1).

Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rot jeweils für Stefan Hlady (57.) und Christopher Stickel (65., beide Schlanstedt).

Schiedsrichter: David Kawitzke (Rhoden) - Mario Braune, Frank Golla. Zuschauer: 247.