In der Sachsen-Anhalt-Liga haben die Handballerinnen des SV Irxleben 1919 dem Spitzenreiter in Gräfenhainichen einen großen Kampf geliefert. Die 19:22-Niederlage der Gäste ist ein bemerkens- wertes Achtungszeichen.

Irxleben. Die Hohe-Börde-Frauen reisten mit etwas Verspätung und nur sieben Feldspielern im Gepäck an. Das Spiel begann relativ zerfahren und so setzte sich Gräfenhainichen mit zwei Toren ab. Die Gäste hatten so einige Probleme mit dem sehr klebrigen Ball. Die Wurfstatistik der Irxleber weist dazu in der ersten Halbzeit 16 verworfene Bälle aus. Nur sechs Bälle landeten im gegnerischen Kasten. Das reichte aber, um die Gräfenhainichener Führung immer wieder auszugleichen und selber in Front zu gehen. Doch dann kippte das Spiel und Gräfenhainichen wurde wegen der nicht zu übersehenden Abschlussschwäche der Gäste, über Konter zu leichten Toren eingeladen. Das brachte eine Fünf-Tore-Führung für Aktivist. Das Schiedsrichtergespann erwischte nicht unbedingt den besten Tag und so haderte man auf Seiten der Gäste zu lange mit einigen Entscheidungen der beiden Unparteiischen. Das teilweise sehr unfair auftretende Publikum trug ein Übriges dazu bei, die Gäste zu verunsichern. Die Görlich-Sieben erlitt in den letzten Minuten der ersten Halbzeit einen Einbruch. So hieß es zur Pause 6:11. SVI-Trainer Görlich versuchte seine Sieben mit einer Halbzeitansprache noch einmal wach zu rütteln und irgendwie hatte er wohl die richtigen Worte gefunden. Es kam eine ganz andere Truppe aus der Kabine, die sich nicht ihrem Schicksal ergeben wollte. Die Irxleber kämpften jetzt und hielten ordentlich dagegen.

Das Spiel wurde nun wesentlich härter geführt. Es wurde um jeden Zentimeter hart gekämpft. Nur die Torausbeute war ziemlich kläglich, der Ball wollte einfach nicht in den gegnerischen Kasten. Mit Bedacht herausgespielte Angriffe fanden über Konter nur den Weg an Latte und Pfosten oder die Torhüterin hatte noch ihre Hände am Ball. In Halbzeit zwei verwarf Irxleben wieder 15 Bälle, traf aber dennoch dreizehnmal ins gegnerische Gehäuse. Kerstin Lincke und Jessica Reß hatten hier den größten Anteil an der Torausbeute. Drei Minuten vor Schluss bekamen die Gäste Oberwasser. Sie kamen auf zwei Tore heran. Die Halle kochte förmlich. Die Wende lag in der Luft. Doch ein technischer Fehler lud Gräfenhainichen zu einem leichten Kontertor ein. So lief die Zeit unaufhaltsam herunter und es blieb bei einem Drei-Tore-Vorsprung für die Heimsieben. Mit dieser Leistung brauchen sich die Damen um Trainer Thomas Görlich allerdings nicht zu verstecken. Sie haben dem Spitzenreiter speziell in der zweiten Hälfte der Partie einen großartigen Kampf geliefert.

SV Irxleben 1919: Kling, Schöneck - Anika Kracht (3/2), Lincke (6/2), Stolz (4), Jessica Reß (4/1), Jennifer Reß, Zornemann (1), Kerstin Kracht (1/1)

Spielfilm: 1:0, 2:2, 2:3, 3:4, 5:4, 8:4, 8:6, 11:6 / 12:6, 13:7, 15:8, 15:13, 18:13, 19:16, 20:18, 22:19

SR-Gespann: Kaiser/Hellmund