Im Talkessel von Teutschenthal fanden am Wo- chenende spektakuläre Motocross-Rennen statt. Der MSC Teutschenthal richtete unter anderem den elften Lauf zur FIM Motocross-Weltmeisterschaft 2014 aus. Etwa 230Fahrer aus 30 Nationen gingen beim "Grand Prix of Germany" auf die Jagd nach Punkten und Platzierungen. Darunter waren 27Fahrer aus Deutschland.

Teutschenthal l Unter den Pilotinnen der Frauen-WM, die nach drei Jahren Pause in das Grand Prix-Programm zurückkehrte, war Anne Borchers aus Leps. Zwei Rennen musste sie auf ihrer Heimstrecke in Teutschenthal absolvieren.

Am Samstag gab sie einen guten Einstand, denn nach dem Zeitrennen stand ein guter achter Platz zu Buche. "Damit bin ich zufrieden", meinte sie kurz vor dem Start des ersten Rennens.

"Es ist auch mal schön, im Mittelpunkt zu stehen."

Anne Borchers.

Überhaupt war Anne als Lokalmatadorin am gesamten Wochenende sehr gefragt. Das Medieninteresse war sehr groß. Aber Anne nahm das alles ganz cool, beantwortetet alle Fragen souverän. "Es ist auch mal schön, im Mittelpunkt zu stehen", lächelte die 22-Jährige.

Ihre ganze Familie wurde zur Vorbereitung mit eingebunden. So putzte ihre achtjährige Schwester Emely ihre Brille. Vati René nahm letzte Vorkehrungen am Motorrad, der Suzuki RMZ 250, vor. Mutti Ellen zupfte hier und da, so dass Annes Motorradkluft richtig saß. Die Borchers sind ein eingespieltes Team. "Ich möchte meine Familie hier nicht missen", sagte Anne.

Und dann geht\'s los. Im Talkessel ist alles gut vorbereitet. Die Strecke wird nach dem Starttraining der MXGP von schwerem Gerät gegrubbert. Dann der Start und der gelingt Anne sensationell. Mit einem Holeshot nimmt sie als Erste die steile 90°-Kurve und den folgenden steilen Anstieg.

Die Fans jubeln, der Turmsprecher lobt. Die rasante Fahrt geht weiter. Die Sprünge meistert sie ebenso toll, doch die starke Konkurrenz bleibt dran und zieht vorbei. Leider verliert die Lepserin nach dem bombastischen Start ein wenig ihre Linie und sie wird von sechs Fahrerinnen überholt. Ein guter siebter Platz steht nach 20 Minuten und zwei Runden für Anne zu Buche.

So war sie erst einmal "total enttäuscht" und ziemlich traurig. "Ich habe mich selbst erschrocken, als ich als Erste in der Kurve war und keiner mehr vor mir", sagte sie. "Irgendwie haben meine Knochen gezittert und meine Arme waren stocksteif. Da hatte ich dann einige Probleme und zuviele Fehler gemacht."

Anne begeistert ihre Fans

Trotz allem hat Anne ihre Fans begeistert und ein mutiges Rennen hingelegt.

Gestern stand Rennen zwei an. Die Strecke war stark gewässert, sehr tief und hatte einige Tücken zu bieten. Erneut gelang Anne ein top Start. Als Vierte passierte sie die erste Kurve und fuhr ein engagiertes Rennen. Bis zur letzten Runde fuhr sie von Rang acht auf Rang sechs vor. Hinter ihr lauerte Larissa Papenmeier, die sie am Samstag noch hinter sich lassen konnte. Schade, denn Papenmeier konnte Anne noch überholen. "Ich habe einfach einen blöden Fehler gemacht", kommentierte Anne den Platzverlust. Erneut stand am Ende ein guter siebter Rang an der Anzeige.

"Ingesamt bin ich zufrieden", bilanzierte die Lepserin. "Ich bin heute mit der Strecke besser zurecht gekommen und es hat mir einfach nur Spaß gemacht."

Im Gesamt-Klassement konnte Anne 28 Punkte verbuchen und somit einen Platz nach vorn auf Rang acht klettern, da sie der Niederländerin Marianne Veenstra 13 Zähler abnehmen konnte.

Am 27. Juli steht das letzte WM-Rennen an. In Loket (Tschechien) möchte die Suzuki-Pilotin dann noch "ein paar Plätze nach vorn gutmachen".

Anne Borchers im Internet unter: www.wmxanne.de

 

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