Bereits am 1. Dezember des vergangenen Jahres beging der SV Lok Güterglück seinen 60. Geburtstag (Volksstimme berichtete am 1. Dezember 2010). Dieses Jubiläum wurde nun am vergangenen Sonn-abend in "Ossi‘s Lokschuppen" in Güterglück nachträglich gefeiert.

Güterglück. Der Vereinsvorsitzende Oswald Engelhardt und seine Vorstandsmitglieder hatten in die Gaststätte "Ossi‘s Lokschuppen" eingeladen. Dieser Einladung folgten unter anderem auch der Ortsbürgermeister Lutz Voßfeldt sowie die Vertreter der ortsansässigen Vereine.

"Unser Verein erlebte in den 60 Jahren Höhen und Tiefen", erläuterte Engelhardt, der die Vereinsfeier mit einem kurzen geschichtlichen Abriss eröffnete. "Der absolute Tiefpunkt der Vereinsgeschichte war im Jahr 1970 erreicht, als die Abteilung Fußball aufgelöst wurde", so der Vereinschef.

Es war einer Handvoll Kegler zu verdanken, die den Verein am Leben erhalten haben. "Das Vereinsleben im Ort war zu dieser Zeit fast tot. Doch die Kegler haben durchgehalten", ergänzte Engelhardt.

Im Jahr 1996 wurde die Abteilung Fußball neu gegründet. Die Gemeinde stellte den Sportplatz zur Verfügung. Dadurch stieg die Mitgliederzahl von zehn auf zwischenzeitlich 145 rasant an. "Wir hatten Nachwuchsmannschaften im Fußball und im Kegeln. Es gründete sich eine Gymnastikgruppe, eine Volleyball- und sogar eine Badminton-Abteilung", blickte Engelhardt zurück.

Zur Zeit hat der Güterglücker Sportverein im Durchschnitt 70 Mitglieder. "Dies ist eine gesunde Basis, um den Verein bestehen zu lassen. Die finanzielle Basis wird jedoch immer schwieriger, da alles teurer wird und wir nicht ständig die Beiträge erhöhen wollen", sprach der Vereinschef auch die Nöte aller Vereine an.

"Das hilft uns unwahrscheinlich"

Deshalb ist es umso wichtiger, einmal all denjenigen danke zu sagen, die ehrenamtliche Arbeit leisten und den Verein unterstützen. Engel-hardt richtete seinen Dank auch an die Sponsoren, die finanziell und mit Sachwerten unterstützen. "Das hilft uns unwahrscheinlich", unterstrich der Vereinsvorsitzende.

Der Dank richtete sich weiterhin an die Gemeinde, die finanziell unterstützt und die Sportanlagen kostenlos zur Verfügung stellt. So äußerte auch der Güterglücker Vereinschef seinen Wunsch an die Stadt Zerbst: "Wir hoffen, dass dies so bleibt, auch wenn wir jetzt zur Stadt Zerbst gehören."

Die Jubliläumsfeier bot die Gelegenheit, einmal den Dank an engagierte Vereinsmitglieder auszusprechen. Mit der Ehrennadel des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt in Bronze wurden die Fußballer Lars Neubert, Christoph Kaiser, André Engelhardt und Michael Büchler geehrt. Büchler ist als Schiedsrichter für den Verein unverzichtbar.

Für außerordentliche Verdienste für die Entwicklung des Sports wurde das Gründungsmitglied Alfred Klippstein mit der Ehrenurkunde des Präsidiums des Kreissportbundes Anhalt-Bitterfeld ausgezeichnet. "Wo er gebraucht wird, ist er da", lobte Engelhardt sein unermüdliches Engagement.

Im Anschluss hatten auch die Vertreter der ortsansässigen Vereine gute Wünsche und kleine Präsente parat. Der Vorsitzende des Karnevalvereins, Falko Zeidel, überreichte einen Pokal mit den besten Wünschen für die Zukunft. Der Heimatverein, vertreten durch Achim Biedermann, hat dem neuen Heimatkalender acht Seiten über das Jubiläum des Sportvereins gewidmet. "Sechs Jahrzehnte waren nicht so einfach", so Biedermann. "Manchmal entstand der Eindruck, es geht nicht mehr weiter. Doch es gab immer wieder sportbegeisterte Leute, die einen neuen Anfang gestartet haben. Dazu gehört auch viel persönliches Engagement", so Biedermann, der ebenso alles Gute für die Zukunft wünschte.

Auch der Feuerwehrverein, vertreten durch den Vorsitzenden Christian Teubner und den Wehrleiter Ralf Buchholz, wünschte nur das Beste und "dass es immer weiter geht."

Dass "der SV Lok Güterglück für das Bestehen des Vereinslebens in der Gemeinde sehr wichtig ist", unterstrich am Ende des offiziellen Teils auch noch Ortsbürgermeister Lutz Voßfeldt. Er dankte allen Ehrenamtlichen und garantierte: "Alles, was in Zukunft finanziell möglich ist, werden wir auch machen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Sportstätten weiterhin kostenfrei genutzt werden können."

Im Anschluss saßen die Sportlerinnen und Sportler sowie ihre Gäste bei leckerem Essen und Getränken gemütlich beisammen und fachsimpelten über alte Zeiten. Als der DJ seine Musik "auflegte", wurde auch das Tanzbein geschwungen.

 

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