Mit 56 Prüfungen bot das 58. Reit-, Spring- und Fahrturnier zum Zerbster Heimat- und Schützenfest eine große pferdesportliche Vielfalt. Der veranstaltende RFV "St. Laurentius" Zerbst zieht nach den drei Turniertagen eine positive Bilanz.

Zerbst l "Fast schon traditionell haben wir das dreitägige Heimatfest-Turnier am späten Sonntagnachmittag im Regen abgeschlossen", ist Eberhard Ganzer, Vorsitzender des ausrichtenden RFV "St. Laurentius" Zerbst, am Sonntagabend ein wenig traurig.

Im Schlossgarten wurde das abschließende S*-Springen um den "Preis der Stadt Zerbst/Anhalt" mit Müh und Not bei Starkregen und Gewitter "über die Hindernisse" gebracht. Es siegte Tino Bode vom RV Prussendorf. Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD), Schirmherr des Turniers, und Edwin Sperling überreichten Preis und Ehrenpreis.

"Die hochklassige Dressurprüfung S* mussten wir aus Sicherheitsgründen leider ausfallen lassen", fügt Ganzer an.

Ansonsten sei das gesamte Turnier ein voller Erfolg gewesen, was die übergroße Zahl sowohl der Teilnehmer als auch der Zuschauer bestätigen.

Dank an alle Helfer

"Ein paar Meckerer hast du halt immer", so der Vereinsvorsitzende. Und er bedankt sich insbesondere bei allen Mitwirkenden, die, egal an welcher "Front", in der Vorbereitung oder im direkten Turniereinsatz, durchweg ehrenamtlich im Einsatz waren: von den Mädchen, die als "Meldeläuferinnen" nach jeder Wertung die Punktezettel schnell zu den Rechenstellen brachten über die stationären und mobilen "Versorgungsteams" für die Offiziellen und Helfer "vor Ort" bis zur neuen Parcours-Mannschaft im Schlossgarten, die Hindernis-Betreuer bei der Geländefahrt...

Reinhard Brähne vom Landesverband der Reit- und Fahrvereine Sachsen-Anhalt bestätigte dem Zerbster Pferdesportverein eine professionelle und umsichtige Ausrichtung der Landesmeisterschaften Einspänner - Pferde und Ponys. Vier Landesmeister wurden nach der Kombinierten Prüfung aus Dressur, Geländefahren und Hindernisfahren gekürt.

Die Zuschauer konnten für ihr individuelles Programm aus insgesamt 56 Prüfungen auswählen, die disziplinspezifisch an den Ziegenbergen und im Gelände um Bone (Fahren), im Schlossgarten (Springen) und an der Magdeburger Straße (Dressur) durchgeführt wurden.

Apropos Zuschauer: Ebenfalls traditionsgemäß war am Sonntag das Wasserhindernis am Boneschen Teich ein in diesem Jahr gefühlt noch größerer Zuschauermagnet, weil es ein spektakuläres Hindernis für die fast 100 Gespanne darstellte, es eine Versorgung und eine von Winfried Hätsch unterhaltsam-informative Moderation gab.

Von der neuen Schlossgarten-Tribüne, sicher verbunden mit einigen Vorbehalten, verfolgte eine deutlich erkennbar größere Zuschauerkulisse die Springprüfungen.

Bei der Dressur waren es erfahrungsgemäß oft nur sogenannte "Insider", dennoch schauten zeitweise über 30 Gäste bei den eleganten Präsentationen der Reiter-Pferd-Paare zu.

Das Ausschreibungs-Konzept des 58. Heimatfestturnieres, seit 24 Jahren in Verantwortung des RFV, habe sich bewährt, stellte Ganzer fest. "Wir haben beim Fahren Prüfungen in den KlassenA und M ausgeschrieben, in Dressur und Springen sogar von L über A und M bis S*."

Damit haben auch junge und sich noch weiter entwickelnde Pferdesportler Möglichkeiten, ihr Können vor Publikum und unter Wettkampf-Bedingungen zu präsentieren. Das war für die Zuschauer ebenso interessant, wie die Prüfungen in Klasse S, in der im Springen und bei der Dressur jeweils drei ins Programm aufgenommen wurden.

"Wir machen weiter und bereiten 2015 das dann von uns zum 25. Mal verantwortete Reit-, Spring- und Fahrturnier zum Zerbster Heimat- und Schützenfest vor."

Vereinsvorsitzender des RFV "St. Laurentius" Zerbst, Eberhard Ganzer.

Bewährt habe sich auch der Einsatz von Verantwortlichen für die einzelnen Disziplinen. Achim Heyer und Torsten Niese (Fahren), Udo Herrmann (Springen) sowie Klaus Mönke und Eberhard Ganzer (Dressur) haben mit großem Engagement eigenverantwortlich gewirkt.

Dank der Sponsoren konnten auch 2014 unter anderem wertvolle Preise und Ehrenpreise zur Verfügung gestellt werden. Es wäre allerdings eine Art Anerkennung der pferdesportlichen Leistungen gewesen, wenn doch der eine oder andere Preis- oder Ehrenpreisstifter persönlich oder in Vertretung bei den Siegerehrungen dabei gewesen wäre - so wie noch vor Jahren praktiziert.

"Wir machen weiter", unterstrich Ganzer nach der ersten Auswertung, "und bereiten 2015 das dann von uns zum 25. Mal verantwortete Reit-, Spring- und Fahrturnier zum Zerbster Heimat- und Schützenfest vor". Und er fügte an, "nach dem Turnier ist vor dem Turnier sei beileibe nicht nur ein Schlagwort".

 

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