Die Erstliga-Reserve des SKV Rot-Weiß Zerbst führt zum Jahreswechsel die Tabelle der 2.Bundesliga Nord-Ost im Classic-Kegeln an. Heute geht es mit einem Auswärtsspiel schon ins Kegeljahr 2015.

Zerbst l Nach der Meisterschaft in der abgelaufenen Saison hatten sich die Kegler um Teamchef Martin Herold wieder hohe Ziele gesteckt. Ein Platz im Vorderfeld der Tabelle, vielleicht sogar die Titelverteidigung, wurden anvisiert. Personell war Herold noch flexibler geworden, standen mit Rückkehrer Marcus Gerdau und Christian Helmerich doch zwei Top-Leute zur Verfügung, die den Sprung ins erste SKV-Team schaffen wollen.

Die Zerbster starteten überaus stark. Gleich zum Saisonauftakt gab es im Derby gegen Aufsteiger TuS Leitzkau einen überragenden Auswärtssieg. Beim Erfolg über den Nachbarn überzeugten die Zerbster nicht nur mit 7:1 Mannschaftspunkten (MP). Sie erspielten auf den anspruchsvollen Leitzkauer Bahnen einen tollen Mannschafts-Bahnrekord (3515). Helmerich übertraf auch den alten Einzelbahnrekord um einen Kegel (647).

Nach zwei souveränen 6:2-Siegen daheim gegen Rudolstadt und in Elsterwerda gab es gegen den heutigen Rückspielgegner ein umkämpftes 5:3 nach MP. Gegen den Aufsteiger aus Mehltheuer war der wiedererstarkte Robert Heydrich der Sieggarant, der mit der Weltklasse-Leistung von 650 Kegeln voll überzeugte.

Nachdem beim 5:3-Heimsieg gegen Senftenberg noch ein durchschnittliches Spiel zum Sieg reichte, katapultierten sich die Rot-Weißen nur eine Woche später in Auma zu einem überragenden Bahnrekord. Bei 7:1 MP übertrafen die Zerbster mit 3603 Kegeln die Mannschaftsbestmarke. Robert Heydrich (663) erspielte einen neuen Einzel-Bahnrekord und überflügelte sogar die Top-Leistung von Gerdau (654). Auch die immer sicherer werdenden Sven Palmroth und Robert Herold reihten sich in das tolle Mannschaftsergebnis ein.

Hatten die Rot-Weißen anschließend daheim gegen Schönebeck keine Probleme (7:1), spielte im Spitzenspiel gegen Freiberg das Glück eine große Rolle. R. Heydrich (659) und Gerdau (615) sorgten mit ihren Ergebnissen zwar für einen beruhigenden Kegelvorsprung, der am Ende reichen sollte (3560:3515), aber die Entscheidung fiel erst mit dem letzten Wurf des Teamchefs. M. Herold holte seinen MP und damit den Heimsieg gegen den direkten Verfolger in der Tabelle.

In Roßlau (5:3) profitierten die Gäste von einem "Ausfall" bei den Gastgebern. Mit einem souveränen Auswärtssieg zum Abschluss der Hinrunde behielt der SKV seine weiße Weste. Im Spitzenspiel beim Drittplatzierten SV Leipzig 1910 überrollte die Herold-Truppe überraschend deutlich die Hausherren mit 8:0 MP. Gerdau (629) war der beste Spieler des Tages und endlich konnte auch Stefan Stortz sein Potential voll ausschöpfen.

Damit war der verlustpunktfreie "Herbstmeistertitel" gesichert.

Im ersten Rückrundenspiel gab es den ersten Dämpfer. Ausgerechnet im prestigeträchtigen Nacharschaftsduell gegen TuS Leitzkau setzte es die erste Saison-Niederlage. Der Liga-Neuling revanchierte sich für die Heimpleite zum Saisonauftakt mit starken Leistungen und einem 5:3-Sieg. Die Enttäuschung nahm mit einem "unterirdischen" Tag für das Duo Stortz/Steffen Heydrich seinen Lauf.

Teamchef Herold resümierte: "Wir müssen die Niederlage heute klar eingestehen. Leitzkau hat eine sehr gute Leistung gebracht und wir waren nicht in der Lage, in jeder Situation unser Spiel durchzuziehen."

Später, mit Blick auf die Tabelle, zeigte er sich jedoch zufrieden mit dem Jahr 2014: "Wir liegen mit nur zwei Minuspunkten an Platz eins mit zwei Zählern Vorsprung auf den ATSV Freiberg. Trotz der Niederlage gegen Leitzkau können wir auf ein erfolgreiches Jahr 2014 zurückschauen mit dem Staffelsieg und jetzt der Herbstmeisterschaft", resümierte er.

Heute wollen die Rot-Weißen nach der kurzen "Winterpause" wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Dies wird beim Aufsteiger in Mehl- theuer jedoch nicht leicht. Die Gastgeber haben daheim lediglich ihr erstes Bundesligaspiel verloren. Danach gab es nur deutliche Heimsiege. Wie die Zerbster über die Feiertage gekommen sind, wird sich ab 13 Uhr zeigen. Mannschaftsleiter Herold muss mit Sicherheit umstellen, da zu Jahresbeginn noch nicht alle Spieler zur Verfügung stehen. Die Aufstellung des Tabellenführers wird sicher erst unmittelbar vor dem Spiel feststehen.

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