Dessau-Roßlau l Einen gemeinsamen Spielbetrieb der Fußballer, die in den Kreisfachverbänden (KFV) Anhalt und Wittenberg zu Hause sind, wird es auf absehbare Zeit nicht geben.

"Unabhängig vom Ergebnis halte ich den gegenseitigen Austausch für wertvoll. Außerdem bin ich mir sicher, dass das Papier ein Leitfaden bleiben wird und gegebenenfalls wieder aus der Schublade geholt werden kann."

KFV-Anhalt-Präsident Detlef Barth.

Von den Vereinsvertretern Anhalts stimmten lediglich Blau-Weiß Klieken, Grün-Weiß Wörlitz und Hellas 09 Oranienbaum einer Fusion zu. Alle drei Orte gehören politisch zum Landkreis Wittenberg.

Im KFV Wittenberg war die Ablehnung sogar noch größer. Dort hatten 30 Gemeinschaften (von 32) ihre Stimme abgegeben. Und nur Rot-Weiß Kemberg befürwortete das vorgelegte Zukunftspapier.

Im KFV Anhalt hielt sich die Enttäuschung gleichwohl in Grenzen. "Unabhängig vom Ergebnis halte ich den gegenseitigen Austausch für wertvoll. Außerdem bin ich mir sicher, dass das Papier ein Leitfaden bleiben wird und gegebenenfalls wieder aus der Schublade geholt werden kann", sagte KFV-Anhalt-Präsident Detlef Barth. Diese Meinung vertrete auch sein Wittenberger Amtskollege Joachim Golly.

Mario Pinkert, amtierender Spielausschuss-Chef im Fußballkreis Anhalt, erklärte, der Fusionsgedanke sei von Wittenberg ausgegangen. "Sie sind auf uns zugekommen", stellte er klar. Und es sei auch die andere Seite gewesen, die ausdrücklich nicht wünschte, dass sich ein mit Vereinsvertretern bestücktes Gremium konkret mit dem Thema befasste, beantwortete Pinkert eine Frage von Jörg Boas (Abus Dessau).

Anhalts Führungsriege wollte sich zur Abteilungsleitersitzung unbedingt noch ein grobes Meinungsbild verschaffen, obwohl ihr kurz vorm Treffen das Wittenberger Votum bereits vorlag. Dass das Thema "Fusionen" nicht gänzlich von der Bildfläche verschwinden dürfte, zeigte die Bemerkung von Jens Baus. "Wir haben jetzt drei, vier Jahre Luft. Und Bitterfeld-Wolfen ist nicht weit", so der Mann vom SV Dessau 05.

Gedanken über Zukunft

Die Distanzen in die Richtung zurückzulegen, falle den meisten Vereinen wohl wirtschaftlich leichter als bis nach Annaburg oder Pretzsch zu fahren. "Ich finde es gut, dass man sich über die Zukunft Gedanken gemacht hat", sagte Jens Kreibich vom Dessauer SV 97.

Mario Pinkert kündigte derweil an, dass der Fußballverband Sachsen-Anhalt anpeilt, einen in den Satzungen und Ordnungen verankerten Passus zu streichen, wonach die Fußballkreise den politischen Kreisen entsprechen sollen. Die Region um Köthen schiele bereits nach Bernburg.

Spielplan entzerren

In Anhalt selbst gibt es Überlegungen, den Spielplan ab der Saison 2016/2017 zu entzerren. Ab dieser Serie sollen in der Kreisoberliga und in der Kreisliga je 14 Mannschaften spielen.

Detlef Barth erklärte, er könne sich vorstellen, bei der Wahl zum neuen Vorstand - denkbar ist ein Termin Anfang April - wieder als Präsident zu kandidieren. "Ich mache aber nur mit einem richtigen Stellvertreter weiter", fügte der 65-Jährige hinzu.

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