Mit dem höchsten Heimsieg der vergangenen Jahre geht Handball-Verbandsligist HSV 2000 Zerbst in die letzte Phase der laufenden Saison. Beim überzeugenden 32:21 (15:11) blieben die sonst so kampfstarken Steudener in der zweiten Hälfte chancenlos, hatten sich ab der 50. Minute völlig aufgegeben.

Zerbst. Der Sieg der Zerbster bestätigt deren Fortschritte in allen Mannschaftsteilen und lässt die Benecke-Truppe mit breiter Brust kommenden Sonnabend (17 Uhr) zum Tabellenletzten Wittenberg reisen.

Ohne Krüger (krank), Natho (verletzt), Rugies (Australienreise) und Keeper Geilich (künftig HSV II) wollte der HSV gegen den Tabellennachbarn aus Steuden unbedingt punkten. Die Gäste kamen mit vielen alten Bekannten aus Oberligazeiten, die aber sichtlich in die sportlichen Jahre gekommen sind. Trainer Bornschein musste zudem auf seinen Abwehrchef verzichten.

Als die Zuschauer mit dem Anpfiff zur Zerbster Bank hinüber schauten, sahen sie zur Überraschung Sebastian Siebert und Hannes Pöls Platz nehmen. Vor allem die Rückkehr von Pöls überraschte. Der Zerbster wurde trotz seiner gesundheitlichen Probleme nie von Trainer Bodo Benecke abgeschrieben. Der Trainer hoffte immer wieder auf eine Rückkehr des integrationsfähigen und spielintelligenten Eigengewächses. Am Sonnabend kam der 1,90 Meter große Rückraumspieler nun erstmals wieder zum Einsatz. Beim Zerbster Verbandsligisten setzt man nach wie vor auf Eigengewächse, auf Spieler, die sich fest mit dem Zerbster Handball verbunden fühlen.

Eine schöne Geste unmittelbar vor Spielbeginn, als die männliche E-Jugend des Vereins mit den "Großen" auflaufen durfte und danach die Goldmedaille als Meister der Anhaltklasse von Vorstandsmitglied Siebert überreicht bekam.

Der HSV begann die Partie im Expresstempo. Der super- schnelle Els, manchmal schneller als der Ball, Daudert (9 Tore) und der sprunggewaltige Steffen (wurde mit einer Flasche Sekt begrüßt) sicherten dem HSV bis zur 20. Minute eine kaum gefährdete 10:7-Führung. Bei den Gästen traf der erfahrene Michael Hampe, war ein sicherer Werfer auch vom Punkt (6 Siebenmeter).

Danach schlichen sich bei den Zerbstern etliche Fehler im Spielaufbau ein (Lewin). Dazu wurden wieder gleich serienweise Großchancen ausgelassen. Ein "Zaubertor" von Els und das "Durchtanken" von Tiepelmann brachten wieder Luft. Die gute Deckung samt Torhüter Haberland sicherten eine verdiente 15:11-Pausenführung.

Nach Wiederanpfiff war die Körpersprache der HSVer klar auf Sieg programmiert, sah man allen den unbedingten Willen an. In der Abwehr wurde mächtig gearbeitet, der Gegner durch ständige Attacken (Steffen, Krümmling) müde gespielt, eigene Fehler mit viel Einsatz ausgeglichen.

Benecke rief, gestikulierte, brachte sein pädagogisches Verständnis ein (Els, Homann). Es lief nicht alles rund bei den Hausherren. Die Einstellung stimmte aber auf dem Feld und seitens der Bank. Daudert, viel als mittlerer Rückraum-Spieler eingesetzt, Steffen, Els, Hohmann und später der sich nahtlos einfügende Maerten, warfen bis zur 50. Minute die vorentscheidende 24:19-Führung heraus.

Steuden war geschlagen. Zwar zogen die Gäste noch einmal an (Tomahogh, Voigt), doch zu mehr reichte es nicht. Völlig abgemeldet war der hoch gelobte Voigt, der sich erst zum Schluss besser einbringen konnte. Dann in der Halle viel Aufmerksamkeit für Hannes Pöls und Florian Markmann, die kurz vor Schluss ins Spiel geschickt wurden. Da auch Zweitkeeper Sebastian Engler ("Ich werde mich weiter voll einbringen") und Linksaußen Kämpfer zum Einsatz kamen, hatten bis auf Siebert alle Spieler aktiven Anteil am höchsten Heimsieg des HSV seit Jahren.

Zwar sollte das 32:21 nicht überbewertet werden, die Zerbster können aber mit breiter Brust in die kommenden Spiele gegen Wittenberg und Dessau-Roßlau II (16. April Anhalt-Arena, 15 Uhr) gehen. Viele der 186 Zuschauer haben das nach dem Schlusspfiff am Sonnabend mit stehendem Applaus noch einmal deutlich bestätigt.

HSV: Haberland, Engler - Lewin (5), Tiepelmann (2), Maerten (2), Daudert (9), Krümmling (1), Markmann, Pöls, Hohmann (3), Els (3), Siebert, Steffen (7), Kämpfer.