Kürzlich fand in Cunersdorf, nahe Zwickau, das erste Meis- terschaftsqualifikations-Turnier der Ersten Westernreiter Union (EWU) statt. Andrea Rongelraths-Ganzer, Josephin Lachmann, Dominique Finger und Nadja Köhler waren vom Silent Corner Trüben am Start.

Cunersdorf. Während in den vergangenen Jahren der Saisonauftakt mit kleineren Turnieren anfing und man seinen Leistungsstand somit vorab überprüfen konnte, ging es in diesem Jahr mit dem ersten großen Turnier auf Bundesebene für die Teilnehmer gleich in die Vollen. Die Trübener gingen dabei mit unterschiedlicher Motivation an den Start.

Für Rongelraths-Ganzer stand die Vorstellung eines vierjährigen Jungpferdes im Vordergrund, für Lachmann die Erlangung der Meisterschaftsqualifikation. Köhler und Finger kämpften um die Punkte für den Leistungsklassen-Aufstieg.

Für Nadja war es das erste Turnier der Kategorie A/Q (A=Bundesebene, Q=Meister- schafts-Qualifikation). Dementsprechend groß war die Anspannung im Vorfeld. Für die Zwölfjährige hieß es, neben Punkten auch Erfahrungen zu sammeln, vor allem auch, da sie ihren fünfjährigen Wallach "Blue Eyed CD" zum ersten Mal auf einem Turnier dieser Größe an den Start brachte.

Die Chancen, in dem großen Starterfeld ihrer Leistungsklasse (LK3) in die Platzierungen zu kommen, waren auf Grund der starken Konkurrenz von vornherein als gering einzuschätzen, zumal erschwerend hinzukam, dass ihre Leistungsklasse mit der Leistungsklasse der Erwachsenen zusammengelegt wurde. Hauptstrategie war daher die schonende Gewöhnung ihres Pferdes an die Prüfungs- situation.

Nadja arbeitete gut und nutzte mehrfach die Prüfungssituation aus, um ihr Pferd in der Arena zu korrigieren. Das brachte ihr zwar in dem Fall die Disqualifikation ein, war jedoch im hohen Maß wichtig für die weitere Turniersaison.

Die Bestätigung ihrer Trainerin Rongelraths-Ganzer und der anderen Reiterinnen, das Richtige getan zu haben, ließ letzten Endes doch das Gefühl eines, wenn auch kleinen, Sieges aufkommen.

Finger, die zeitbedingt in den vergangenen Jahren nur an wenigen Turnieren teilnehmen konnte, startete mit ihrem Wallach "Snow Horse" anfangs eher verhalten, um ihn an die neue Situation zu gewöhnen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entschied sich die erfahrene Reiterin zu einem Korrekturritt im Trail, um sich und dem Pferd den Druck zu nehmen. Diese Strategie sollte aufgehen, denn sie steigerten sich über den Verlauf des Wochenendes, platzierten sich in jeder nachfolgenden Prüfung und krönten ihren Abschluss des Turnieres mit einem Sieg in der Western Horsemanship.

Lachmann und ihr Wallach "Jac Andaure" waren trotz Trainingsdefizites in Topform und platzierten sich in allen ihrer sieben Starts vorn. Schon im Vorlauf Trail der LK 1 Jugend auf dem zweiten Rang platziert, ließen sie das Starterfeld in der Meisterschafts-Qualifikation Trail mit einer Traumbenotung weit hinter sich und setzten sich damit vor die eigentlichen Favoriten dieser Disziplin.

Neben dem Trail sicherte sich Josephin in Western Pleasure und Western Horsemanship die erste Qualifikation für die deutsche Meisterschaft.

Rongelraths-Ganzer zeigte wie erwartet Souveränität mit dem von ihr ausgebildeten vierjährigen Wallach "Dreenas Little CD". Mit Ruhe und ohne besondere Erwartungen ging es darum, das Pferd in den Jungpferdeprüfungen erstmalig vorzustellen. Um so überraschender war dann, dass sich das Pferd in vier von fünf stark besetzten Prüfungen behaupten konnte und sich platzierte.

Vor allem der Junior Trail, eine Disziplin, in welcher vier- bis sechsjährige Pferde gemeinsam starten, stellte vom Schwierigkeitsgrad her eine große Herausforderung dar. Das Pferd, das erst seit wenigen Monaten geritten wird, zeigte sich jedoch nervenstark und errang Platz zwei und somit ein Ergebnis, von dem seine Trainerin eigentlich nur geträumt hatte.

Für Nadja Köhler gab es am Sonnabend-Abend noch eine Überraschung. Sie wurde vom Vorstand der EWU Sachsen-Anhalts in den Landesjugendkader berufen.

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