Sotschi - Ikonen sind vielen Russen heilig. Die Bilder mit religiösen Szenen und Heiligen erleben seit Jahren eine Renaissance im größten Land der Erde.

In vielen Haushalten gibt es sie. Die russisch-orthodoxe Kirche hat nach dem Zusammenbruch des Kommunismus wieder viele Werkstätten, in denen Ikonenmaler beschäftigt sind.

Eine Zensurkommission aus Geistlichen begutachtet jedes handgemalte Stück und segnet es - nur dann gelten die auf frisches oder altes Holz gemalten Bilder als heilig. Manchen werden Wunder nachgesagt. Auch Künstler verdienen damit Geld - nicht immer zur Freude der Kirche.

Das Handwerk der Ikonenmalerei galt durch das harte Vorgehen der Kommunisten gegen Gläubige zu Sowjetzeiten als fast ausgestorben. Viele Heiligenbilder aus Zarenzeiten wurden als Bretterverschläge genutzt, zu Holzkisten gezimmert oder sogar zum Feuern verwendet.

Landesweit retten Restauratoren beschädigte Ikonen. In vielen staatlichen Museen und deren Depots lagern teils jahrhundertealte und wertvolle Heiligenbilder. Die Kirche fordert deren Rückgabe. Allerdings befürchten Museen Status- und Besucherverlust.