Tunis - Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat das erste Testspiel ihrer Nordafrika-Expedition verloren. Die Auswahl unterlag in Tunis vor 4000 Fans dem Afrikameister Tunesien mit 24:25 (12:13), obwohl sie zehn Minuten vor Schluss noch mit vier Toren geführt hatte.

Bester deutscher Torschütze im Palais des Sports d\'El Mensah war Uwe Gensheimer von den Rhein-Neckar-Löwen (6/3 Tore). Sein Kapitän und Vereinskollege Oliver Roggisch, der sein 200. Länderspiel absolvierte, kam dabei nicht zum Einsatz.

"Die Atmosphäre ist hier hitziger als woanders. Ich kenne sie, aber die Jungs sollten das lernen", sagte Roggisch und bilanzierte: "Die Jungs haben am Ende etwas die Kontrolle verloren." Das zweite Testspiel der Truppe des Deutschen Handballbundes (DHB) gegen das Team des ehemaligen Bundesliga-Trainers Sead Hasanefendic findet an diesem Sonntag (17.00 Uhr) in Hammamet statt. "In den entscheidenden Situationen hat es gefehlt", sagte Bundestrainer Martin Heuberger.

Die deutsche Mannschaft begann konzentriert. Nach gelungenen Spielzügen und einigen Paraden von Torhüter Silvio Heinevetter führte das Team nach elf Minuten mit 5:3. Auch danach erarbeiteten sich die deutschen Werfer gute Wurfpositionen, scheiterten dann aber zu oft am starken tunesischen Keeper Wassim Hlal. Darunter war auch der Göppinger Tim Kneule, der ansonsten die Angriffe recht gut steuerte.

Vor allem Linksaußen Gensheimer leistete sich bis zur 19. Minute vier Fehlwürfe und wurde durch den Kieler Dominik Klein ersetzt. So kippte die Partie in wenigen Minuten. Nach einer zehnminütigen Schwächephase lag die DHB-Auswahl mit 7:9 (21.) zurück, fing sich aber dann wieder. Rechtsaußen Tobias Reichmann, der einen starken Eindruck hinterließ, glich zum 10:10 (26.) wieder aus. Trotz eines Gegentores zum 12:13 kurz vor der Halbzeitsirene war der Weltmeister von 2007 in Schlagweite.

Nach Wiederanpfiff erwischte die deutsche Mannschaft einen guten Start. Aufgebaut auf einer sich steigernden 6:0-Deckung, die von Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler wie beim jüngsten Gewinn des eigenen Vier-Nationen-Turniers gut organisiert wurde, führte die Mannschaft 14:13 (32.). Zwar gerieten die Gäste beim 17:18 (42.) noch einmal in Rückstand, aber dann setzte die deutsche Deckung die Gegner enorm unter Druck. Die Ballgewinne, die daraus resultierten, nutzten die Angreifer zu einem 5:0-Lauf zum 22:18 (50.), den Gensheimer per Strafwurf abschloss. Das Spiel schien entschieden.

Doch als die deutschen Schützen reihenweise ihre Chancen vergaben, erwachten die Fans. Die Halle kochte, als Kreisläufer Issam Tej zum 22:22 (54.) ausgleichen konnte. Die deutschen Profis konterten dies durch Fabian Wiede und Wiencek zwar, kassierten aber den Ausgleich und 40 Sekunden vor Schluss durch Mahmoudi sogar den Rückstand. Ein letzter Freiwurf Gensheimers blieb in der Deckung hängen.