Magdeburg/Mannheim (jb) l Was für ein halbstündiger Blackout des SCM! Am Sonntagabend leisteten sich die Magdeburger Handballer bei den Rhein-Neckar Löwen nach einem starken Beginn einen völlig unerklärlichen Einbruch. Nach einem 17:1-Lauf der Gastgeber drohte eine Viertelstunde vor Schluss beim Stand von 14:28 sogar ein Blamage der Sonderklasse. Dass man am Ende mit 26:32 (13:17) noch halbwegs glimpflich davongekommen war, dafür durften sich van Olphen Co. bei den nachlassenden Löwen hinterher noch bedanken.

Dabei gingen die Gäste so in die Partie gegen den haushohen Favoriten, wie es Trainer Uwe Jungandreas gefordert hatte: Konsequent und engagiert in der Abwehr, temporeich und risiko-wagend, aber dennoch konzentriert im Angriff. Der couragierte Beginn wurde mit einer verdienten 11:8-Führung belohnt (16. Minute). Zudem zeigte der Coach ein Glückliches Händchen, als er Dario Quenstedt früh für Gerrie Eijlers ins Tor wechselte.

Löwen-Coach Gudmundur Gudmundsson tobte derweil an der Seitenauslinie und stauchte seine Mannschaft in der Auszeit für ihre "sch... Abwehr" zusammen. Mit Erfolg, wie sich wenig später zeigen sollte. Nach dem letzten, schön herausgespielten Treffer der Gäste durch Robert Weber zum 13:10 (20.) riss angesichts des erhöhten Drucks der Hausherren der Spielfaden. Der Ball lief nicht mehr, es häuften sich Leichtsinns-Fehler, der Abschluss ließ mehr und mehr zu wünschen übrig. Und auch in der Deckung wurde nicht mehr so konsequent zugelangt, wie zu Beginn. Dazu kamen unnötige Zeitstrafen. Sieben Tore des Gegners in Folge ließen den SCM mit einem Vier-Tore-Rückstand in die Halbzeit gehen.

Dass es nach der Pause genauso plan- und kampflos weiterging und die Hausherren ein leichtes Spiel hatten, setzte der enttäuschenden Vorstellung der Magdeburger die Krone auf. Als Kapitän Fabian van Olphen in der Auszeit und einem Stand von 14:26 an die Ehre seiner Mitspieler appellierte ("Wir wollen uns hier doch nicht abschlachten lassen"), war das Kind bereits in den Brunnen gefallen.

Zwar konnten die Magdeburger in der Schlussphase noch ein wenig Kapital daraus schlagen, dass die Löwen offensichtlich ihren Torhunger gestillt hatten und an Biss verloren, was haften bleibt, ist der Eindruck eines Trauerspiels in der dazu passenden Farbe der Auswärtstrikots: schwarz.

Tore für die Löwen: Gensheimer 8/2, Groetzki 6, Petersson 5, Schmid 5, Gorbok 2, Myrhol 2, Ekdahl du Rietz 1, Manojlovic 1, Sesum 1, Sigurmannsson 1/1
Tore SCM: Weber 7/5, Rojewski 6, Jurecki 4, Kneer 4, Bezjak 2/1, Landsberg 1, Musche 1, van Olphen 1.