Halberstadt l Als einzigen Winterneuzugang präsentierte Fußball-Regionalligist VfB Germania Halberstadt zum Rückrundenstart Anfang Januar Tobias Meinhardt. Am vergangenen Sonntag durfte der 21-Jährige erstmals spielen und Viertliga-Luft schnuppern. Im Derby gegen den 1. FCM (0:1) schickte ihn Trainer Willi Kronhardt knapp 15 Minuten vor dem Abpfiff für Linksverteidiger Tino Schulze ins Rennen. Damit kam der Neuzugang auf seiner gewohnten Position zum Einsatz.

Der gebürtige Bochumer wanderte vor einigen Jahren mit seiner Familie nach Portugal aus. Dort war er bis zur Winterpause in der dritten Liga am Ball. Ein trauriger Anlass eröffnete ihm jetzt den Weg zurück in sein Geburtsland: "Vor drei Jahren starb meine Mutter", schilderte Meinhardt die Hintergründe, "jetzt suche ich den Weg zurück in die Heimat." Sein Vater, der gleichzeitig sein Berater ist, hilft ihm dabei. Über ihn entstand auch der Kontakt zu Germania-Trainer Willi Kronhardt, der ihn bereits vor einiger Zeit auf dem Zettel hatte. Schon als Kronhardt bei Alemannia Aachen tätig war, wollte er Meinhardt dort hinlotsen. Die Vertragsunterschrift scheiterte kurzfristig, weil es einen Wechsel in der sportlichen Leitung gab. Als jetzt erneut eine Anfrage kam, "habe ich nicht lange überlegt, sondern die Chance sofort genutzt" (Meinhardt).

Der beidfüßige Verteidiger betont die deutschen Tugenden, die ihn auszeichnen. Hier macht er auch die Unterschiede zu Portugal deutlich, "beim VfB ist der Trainingsablauf viel intensiver, geordneter". Meinhardt hat vorerst einen Vertrag bis Saisonende unterschrieben.