Magdeburg l Ein Teil der deutschen Rennkanuten um Olympiasieger Sebastian Brendel (Potsdam) startet an diesem Wochenende in Mailand bereits in die neue Weltcup-Saison. Für die Kanuten vom SC Magdeburg geht es dagegen noch darum, sich von Freitag bis Sonntag bei der zweiten nationalen Qualifikation in Duisburg erfolgreich in Stellung zu bringen. Saisonhöhepunkt soll für die Elite-Fahrer die WM in Moskau (6. bis 10. August) werden.

"Ich denke, wir haben eine gute Ausgangsposition. Alle Sportler haben noch eine Chance, sich für die verschiedenen Nationalmannschaften zu qualifizieren. Und aufgrund unseres Saisonaufbaus sollten alle in der Lage sein, eine Steigerung anzubieten", sagte Stützpunkttrainer Björn Bach am Dienstag beim gemeinsamen Grillen.

Leue wieder fit, Ihle mit Problemen

Besonderes Augenmerk liegt natürlich auf Andreas Ihle (Olympiasieger 2008) und Erik Leue (amtierender Canadier-Weltmeister). Die beiden "Schlachtrösser", wie sie Olympiastützpunkt-Leiter Helmut Kurrat nannte, waren vor drei Wochen beim ersten Ausscheid auf der Wedau bei Duisburg nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Während Trainer Eckhard Leue für seinen Sohn Entwarnung geben konnte ("Erik ist gesund und hat in München gut trainiert"), plagen Ihle neue Sorgen. Der 34-Jährige hat Probleme mit der Brustmuskulatur.

"Ich habe im Krafttraining zu viel gewollt. Ich habe ein paar Tage Pause gemacht und mich jetzt wieder eingepaddelt. Ich denke aber, ich werde nicht langsamer als in der ersten Qualifikation sein", sagte Ihle. Nach seiner Zwangspause 2013 würde der "Oldie" in Richtung Rio 2016 mit der Qualifikation bereits gern ein erstes Ausrufezeichen setzen. Im Ranking des Verbandes liegt er derzeit auf Platz acht, zwölf Kajak-Fahrer dürfen mit einer Einladung zur Nationalmannschaft rechnen. "Die Verletzung ist natürlich sehr ärgerlich. Ich hoffe, An- dreas kann das mit seiner Rennhärte und Erfahrung wettmachen", sagte Björn Bach.

Neben Ihle und Leue gehen aber auch Yul Oeltze, Michael Müller und Nina Krankemann mit guten Vorleistungen und deshalb hohen Erwartungen an den Start. Und nicht nur OSP-Chef Kurrat hofft deshalb, dass die SCM-Kanuten ihren "klaren Aufwärtstrend" bei der zweiten Qualifikation bestätigen.