Luzern/Magdeburg l Der Schlussspurt des Marcel Hacker beim dritten Weltcup in Luzern dauerte nur 1:39,02 Minuten. So schnell war kein anderer auf den letzten 500 Metern im Einer-Finale am Sonntag. Gereicht hat es zu Bronze: "Ich habe auf den letzten Metern alle Kräfte mobilisiert, deshalb sind wir mit dem blauen Auge davongekommen", sagte der Skuller vom SC Magdeburg, der nach 6:59,57 Minuten die Ziellinie querte. Es gewann Mahé Drysdale (Neuseeland) vor Ondreij Synek (Tschechien).

Mit Hackers Resultat sicherte sich der Deutsche Ruderverband (DRV) bei der Generalprobe für die Weltmeisterschaften in Amsterdam (24. bis 31. August) zwei Siege und einen dritten Rang in den olympischen Disziplinen. Der Achter mit dem Bernburger Maximilian Planer hatte sich einem starken russischen Team zu erwehren, sicherte sich aber mit dem besseren Zielsprint den Sieg und bleibt damit in diesem Jahr ungeschlagen. Den zweiten Sieg feierte der Doppelvierer der Frauen. Völlig enttäuschend beendete der Doppelvierer der Männer, Olympiasieger von London, das Weltcup-Finale nur auf Rang sechs. Der DRV war lediglich in sieben der 14 Endläufe vertreten.

Das geschichtsträchtige Mekka des Rudersports in Luzern hat eine kleine kuriose Anekdote dazugewonnen: Mindaugas Griskonis (Litauen) lag im Einer-Finale an Position zwei hinter Synek, als er mit dem linken Ruder an einer "verirrten" Styropor-Boje "einen Krebs" fing und in den Rotsee stürzte - kurz vor der 1000-Meter-Marke. Irritationen im Feld hatte dieses Unglück nicht ausgelöst. Auf der zweiten Hälfte des Rennens "bin ich gut in mein Tempo gekommen", freute sich Olympiasieger Drysdale. Er legte mit 1:39,36 Minuten den zweitbesten Schlussspurt auf den letzten 500 Metern hin und gewann in 6:50,63 Minuten vor Synek (6:53,51).

Marcel Hacker ließ derweil mit seiner Tempoverschärfung Roel Braas (Niederlande) auf der Zielgeraden stehen: Braas lag nach 1500 Metern noch drei Sekunden vor dem 37-Jährigen, kam aber fast neun Sekunden nach dem SCM-Hünen ins Ziel. SCM-Trainer Roland Oesemann erklärte allerdings mit Blick auf die WM: "Über unsere Strategie am Start müssen wir noch einmal nachdenken." Hacker war schlecht weggekommen, oder wie er meinte: "Ich hatte das Gefühl, mich hat jemand festgehalten."